Kirschbäume schneiden: ganz einfach oder eine wahre Kunst?

Wir zeigen euch, dass das Schneiden von Kirschbäumen gar nicht so schwer ist.

10.12.2020

Kategorie: 

Outdoor

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Wer liebt es nicht, die leckeren roten Kirschen von seinem eigene Baum im Garten pflücken zu können? Doch ein Kirschbaum in seinem eigenen Garten zu haben bedeutet nicht nur, die leckeren roten Kirschen ernten zu können, sondern auch, dass man den Kirschbaum richtig pflegt, um eine reichhaltige Ernte der schönen Früchte zu erzielen. Zur richtigen Kirschbaumpflege gehört die große Frage: wie geht der perfekte Schnitt beim Baum?

Habt keine Angst, euren Kirschbaum zu schneiden. Der Baum wird dadurch vitaler. Es gibt allerdings ein paar Regeln zu beachten, bevor ihr anfangt, Triebe zu entfernen.

Ganz Allgemein betrachtet muss man sich immer klar machen, dass ein Schnitt an diesem Fruchtbaum immer zum Wachstum antreibt. Daher sollte man sich auch überlegen, was man für einen Kirschbaum im Garten stehen hat und wie das Wachstumsverhalten des Baumes ist. Schwachwachsende Bäume sollten durch den Schnitt eher angeregt werden, neue Triebe wachsen zu lassen, sodass neue Früchte entstehen können. Somit werden diese Bäume auch eher radikaler geschnitten als stark wachsende. Also wichtig: was habe ich für einen Baum im Garten, wie ist das Wachstumsverhalten und was möchte ich mit dem Schnitt erzielen?

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um meinen Kirschbaum zu schneiden?

Bei den Bäumen unterscheiden wir zwischen der Süßkirsche und der Sauerkirsche. Die Süßkirsche ist meist größer und wächst viel stärker, wodurch sie ihren jährlichen Schnitt nach der Ernte benötigt. Der perfekte Zeitpunkt für die Süßkirsche ist daher August bis September. Der Grund für diesen Zeitpunkt ist, dass man bei der Süßkirsche damit das Wachstum verlangsamt, da sie sonst ein wahnsinniges Wachstum hat.
Hingegen ist es bei der Sauerkirsche etwas anders. Bei der Sauerkirsche ist die beste Zeit für den Schnitt im Winter. Das Schneiden der Sauerkirsche ist in den Monaten November- März sinnvoll.

Wie muss ich den Baum schneiden?

Generell wird bei Kirschen auf Zapfen geschnitten. Das heißt, es bleibt immer noch ein bisschen vom Ast am Stamm übrig. Mindestens ein 7 Zentimeter langer Stummel, der sogenannte Zapfen, sollte nach dem Schneiden zurückbleiben.

Bei der Süßkirsche sollte die Krone am Schluss locker und kompakt sein. Hier empfehlen wir, dass der Baum möglichst viele ein bis dreijährige Triebe hat. Triebe sind die Äste, die die Früchte und Blüten tragen. Wichtig ist auch immer, hier ganze Äste zu entfernen und nicht nur kleine Zweige. Man muss darauf achten, dass nicht zu viel dominante Äste vorhanden sind. Warum? Ganz einfach: die Süßkirschen möchte möglichst viel Licht und Luft nach ihrem Sommerschnitt haben. Das Auslichten steht bei der Süßkirsche an erster Stelle. Morsche, kranke oder tote Äste sollte man entfernen. Man möchte mit dem Schnitt nach dem Sommer bezwecken, dass das alte Fruchtholz beseitigt wird und neues Fruchtholz entsteht. So erhöht man am Ende die Ernte an Süßkirschen.

Die Sauerkirsche hingegen, die man ja eher im Winter bzw. in den kalten Monaten schneiden soll, will keine zu dichte und buschige Krone. Grundsätzlich sollen bei beiden Bäumen die gleichen Grundsätze beachtet werden, jedoch soll man bei der Sauerkirsche darauf achten, dass man sich auf einige wenige Triebe beschränkt und die Krone in Trichterform geschnitten wird.

Welche verschiedenen Schnitte gibt es?

Es werden Pflanzschnitt, Erziehungsschnitt, Erhaltungsschnitt und Verjüngungsschnitt unterschieden. Hierbei wollen wir auf einen weiteren Artikel verweisen, wo Sie genau nachlesen können, welcher Schnitt der richtige für Ihren Kirschbaum ist.

Grob gesagt gehört der Pflanzschnitt zum schneiden eines jungen Kirschbaums. Er ist dafür da, dass man die Krone in die richtige Form bringt und das direkt von Anfang an. Der Verjüngungsschnitt hingegen ist bei sehr alten Kirschbäumen notwendig. Man versucht hier die Vitalität des Baums wieder auf Vordermann zu bringen.
Der Erziehungsschnitt sollte in den ersten drei Jahren des Baums stattfinden. Hier wird die Verzweigung und das Wachstum angeregt. Der Erhaltungsschnitt dient, wie der Name schon sagt, zur regulären Pflege und Erhalt der Vitalität des Baumes.

Kirschbaum schneiden, ganz einfach
Kirschbaum schneiden, unkompliziert und einfach

Muss ich meinen Kirschbaum düngen?

Man sollte beim Kirschbaum von Anfang an auf einen guten und nährstoffhaltigen Boden achten. Außerdem ist der Platz für den Baum am Besten da, wo es sonnig und luftig ist. Der Boden sollte leicht kalkhaltig sein. Man sollte Kirschbäume auf jeden Fall zusätzlich düngen, da der Boden allein zu wenig Nährstoffe für den Baum bietet. Euer Baum bekommt dann Mangelerscheinungen. Ähnlich wie beim Mensch, wenn er Vitaminmängel hat.

Nach einem hohen Ertrag sollte euer Baum wieder Nährstoffe durch Dünger zugeführt werden. Also nach der Ernte, wenn die schönen Kirschen verzehrt wurden, sollte der Baum dafür belohnt werden. Hierzu benutzt ihr am Besten einen Volldünger.

Am Ende des Winter sollte man dann mit organischem Dünger fortfahren. Dieser wird auf die Baumscheibe aufgetragen.

Der mineralische Dünger kommt beim Kirschbaum dann im zeitigen Frühjahr dran. Hier soll das Wachstum gefördert werden. Im Juni kann man nochmals mit mineralischen Dünger ran, um die Blüten und Knospen zu fördern.

Welches Werkzeug soll ich benutzen?

Normalerweise wird hier immer mit der Astsäge gearbeitet. Noch besser wäre aber eine Obstbaumsäge. Auf jeden Fall soll das Werkzeug sauber, scharf und rostfrei sein. Es ist wichtig, dass die Äste nicht ausgefranst abgeschnitten werden. Grund dafür ist, dass die Wunden so nicht heilen können. Oder gar Infektionen entstehen.

Was kostet ein professioneller Kirschbaumschnitt?

Falls euch das alles zu komplex erscheint oder ihr sich nicht genau mit dem Thema auseinandersetzen wollen, wann und wie die Äste zu entfernen sind, könnt ihr natürlich auch den Profi ans Werk lassen. Oft fragt man sich, was das Ganze eigentlich kostet? Bei einem normal großen Baum ist mit 50-60 Euro pro Meter zu rechnen. Wenn der Baum aber besonders groß ist oder es schwerere Bedingungen sind, kann der Preis auch um die 100€ pro Meter betragen.

Fazit: Es gibt einiges zu beachten, wenn um Kirschbäume geht. Aber was tut man nicht alles, um am Schluss die leckeren Süßkirschen oder auch die Sauerkirschen verzehren zu können. Auch hierfür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Aber dafür gibt es natürlich noch weitere Artikel auf unserem Blog.

Falls ihr noch Hilfe und weitere Details zum Thema Kirschbaum schneiden oder Äste entfernen brauchen: meldet euch gerne bei uns.

Kirschbaum pflegen
Blühender Kirschbaum - im Stadtpark Bild Envato
Florian
von
Florian
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