14 Fehler, die wir alle beim Pflanzen gemacht haben

Sei es Unwissenheit, Arroganz oder Faulheit, wir alle können manchmal nicht anders als Mist zu bauen. Lernen wir einfach fürs nächste mal daraus!

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Julian

Artikel von Julian

Allein auf Youtube gibt es absolute Unmengen an Tutorials, jeder Gartenblog hat ein paar und doch ziehen die meisten von uns das Gärtnern beim ersten Mal auf die harte Tour durch. Fehler bleiben dabei natürlich nie aus, weshalb wir für euch die 14 häufigsten Fahler gesammelt haben, die Neuanfänger einfach nie vermeiden können. Sei es Unwissenheit, Arroganz oder Faulheit, wir alle können manchmal nicht anders, als Mist zu bauen. Lernen wir einfach fürs nächste Mal daraus!




1. Die Beete gar nicht oder falsch vorbereiten


Bevor man die jungen Pflänzchen oder Samen im Frühjahr in die Erde setzt, sollte man das Beet entsprechend umgraben und mit Kompost oder Dünger versorgen, damit der Boden reich an Nährstoffen und aufgelockert ist. Können die Wurzeln der Jungpflanzen nicht in den Boden eindringen, verkümmern deine Pflanzen und können nicht wachsen. Das wissen wir natürlich. Aber wir können trotzdem manchmal nicht anders, als ein wenig Faul zu sein.


Ein Tipp hier für die Zukunft: Hol dir ein Hochbeet! Da muss man nicht so tief graben und hat gleich schon viel weniger Überwindung zur Arbeit.


2. Den pH-Wert des Bodens nicht prüfen 


Hat das irgendwer von euch jemals gemacht?


Ein guter und gesunder Boden ist besonders wichtig für deinen Gemüsegarten. Die Bodenbedingungen können mit der Niederschlagsmenge, dem Bodenabfluss und der Entwässerung schwanken. Einige Pflanzen verbrauchen bestimmte Bodennährstoffe mehr als die anderen. So können starke Regenfälle Kalk aus- oder aufwaschen und damit den pH-Wert in deinem Blumenbeet verschieben. 


Je höher der Humusanteil in deinem Boden ist, desto geringer sind die chemischen Schwankungen. Um sicherzugehen, dass der pH-Wert für deine Pflanzen passend ist, solltest du deinen Boden regelmäßig überprüfen und wenn nötig entsprechenden Kompost unter die Erde mischen. 



3. Überwässern oder Staunässe ignorieren


Die Wurzeln der meisten Pflanzen hassen es, im Wasser zu sitzen. Wie jedes andere Pflanzengewebe müssen Wurzeln atmen. Selbst wenn der Boden von oben trocken aussieht, können die unteren Schichten klatschnass sein. Häufig bewässerte Pflanzen schwächeln und welken sehr leicht in der Sonne.


Ja, bei jungen Pflanzen und Keimlingen kann es erforderlich sein, nach der Aussaat gut und häufig zu gießen. Sobald sich das Wurzelwerk jedoch entwickelt, kannst du die Abstände verlängern. So erhöht sich auch der Ertrag, da zu viel Wasser da Schaden anrichten kann.



4. Mit dem Gartenschlauch Blätter bewässern


Ein weiterer Fehler, der bei der Bewässerung gemacht wird, ist mit dem Gartenschlauch die Blätter zu gießen. Damit wäschst du nur den Staub von den Blättern ab und spendierst ihr eine schöne Dusche. Das Wasser kommt aber nicht auf die Wurzeln, wo es wirklich gebraucht wird. Falsches Gießen, besonders in der frühen Entwicklung, kann dafür sorgen, dass die Pflanze nie gute tiefe Wurzeln entwickelt und nicht lange lebt.


Wer tief gießt, muss nicht oft gießen. Am besten wirken hier Tropfbewässerung oder ein undichtes Schlauchbewässerungssystem, was direkt die Wurzeln bewässert und dabei auch noch Wasser spart.



5. Gemüse im Schatten pflanzen


Wir alle wissen, dass Pflanzen mit den Blättern atmen, essen und alles andere tun, für das wir viele Prozesse brauchen. Sie stellen so aus Sonnenlicht, Wasser und Luft Nährstoffe her, die sie zum Überleben brauchen. Manche sind da bedürftiger als andere, aber manchmal pflanzen wir eine Tomate oder einen ähnlichen Sonnenfan im Schatten eines Baumes und wundern uns dann, warum die Tomaten so mickrig sind. Klar, der Pflanze wachsen viele Blätter, aber nur, weil sie extrem hungrig ist.


Tomaten und die meisten anderen Gemüsesorten eignen sich am besten für Gebiete, in denen sie den ganzen Tag über ununterbrochen Sonne haben können. Wer hauptsächlich einen schattigen Garten hat, kann also keine große Ernte erwarten. Da heißt es Platz fürs Beet schaffen oder eine weniger anspruchsvolle Waldpflanze pflanzen.



6. Pflanzen außerhalb der Saison pflanzen


Viele von uns haben wahrscheinlich zur falschen Jahreszeit Samen oder Stecklinge gepflanzt und beobachten, wie sie am Anfang etwas wachsen und dann aufhören. Die meisten Pflanzen sind nämlich sehr wählerisch, wann sie gepflanzt werden wollen. Wenn du zu früh im Frühjahr zarte Sämlinge auspflanzt, sind sie dem Spätfrost ausgeliefert, den es immer wieder geben kann. Wer zu lange zögert, verpasst möglicherweise die Chance auf kräftiges Wachstum und Ertrag, bevor die Kälte zurückkehrt.


Hier heißt es dem Gartenkalender der Region zu folgen und sich Ratschläge anzuhören, die Gärtner in der Region geben, um die besten Ergebnisse zu erzielen.


Ein Tipp zum Thema: Hüte dich vor Schnäppchenangeboten von Versandhändlern zum Saisonende. Wenn die Bestellung eintrifft, ist es möglicherweise zu spät, sie zu pflanzen.



7. Büsche und Bäume nicht beschneiden


Beschneiden ist harte Arbeit, aber muss jedes Jahr gemacht werden. Darauf hat natürlich keiner Lust, aber negative Folgen lassen nicht lang auf sich warten.


Wer zum Beispiel Zierbüsche pflanzt, die wie irgendetwas Bestimmtes aussehen sollen, verliert so schnell die wertvolle Form und Struktur.


Obstbäume und Beerensträucher können nur dann die gewünschten Früchte produzieren, wenn sie genug Licht bekommen und ihre Energie auf das Obst konzentrieren können, was mit überladenen Baumkronen schwerfällt.


Einige Früchte wachsen zudem auch nur bei neuem Wachstum. Wenn du die Pflanze also nicht dazu aufforderst, jedes Jahr neue Triebe zu produzieren, wird auch die Obstproduktion eher mickrig sein.



8. Büsche und Bäume zu viel beschneiden


Ja, das geht in beide Richtungen! Nicht jede Pflanze, die aussieht, als würde sie kränkeln, muss beschnitten werden! Ein Hortensienbusch zum Beispiel kann beim unüberlegten Beschnitt leicht seine Knospen verlieren, was zum Ende der Pflanze führen könnte.


Es lohnt, das Blütenmuster des Busches kennenzulernen und den Schnitt entsprechend zu planen.


Da das Beschneiden bei den meisten Pflanzen zu neuem Wachstum führt, sollten diejenigen, die spät in der Vegetationsperiode Blumen und Früchte tragen, beschnitten werden, sobald sie in den Ruhezustand übergegangen sind. Durch zu frühzeitiges Beschneiden werden zarte Triebe ausgestoßen, die Frostschäden erleiden.


Hier ist es klug, eine Art Schnittkalender für die Pflanzen im Garten zu führen, um Fehler zu vermeiden.



9. Zu viel Unkrautvernichter zur falschen Zeit


Man sprüht Herbizid auf einen mit Unkraut bewachsenen Rasen und am nächsten Tag sind die Blumenbeete in der Nähe tot. War es der Wind? Der Regen? Die Wurzeln, die weiter reichen als gedacht? So oder so, so kann es nicht weitergehen.


Aufgequollener Regenboden kann Unkrautvernichter an Orte bringt, für die er nie gedacht war. Chemische Herbizide werden also am besten komplett vermieden, besonders wenn es gerade nicht sonnig oder windstill ist. Hier sind selektive Unkrautvernichter nützlicher, die beispielsweise den Rasen nicht angreifen, die aber auch nicht komplett unproblematisch sind.


Ein weiterer Punkt, den man bei Unkrautvernichtern bedenken sollte, ist, dass einige Gartenunkräuter außergewöhnliche gesundheitliche Vorteile haben, nicht nur für Menschen, sondern auch für den Boden! Es ist also wichtig zu überprüfen, was man da abtötet.



10. Selbststerile Gewächse anpflanzen


Hast du schonmal einen Beerenstrauch oder einen jungen Baum gekauft und jahrelang darauf gewartet, dass er Frucht trägt, ohne jemals Erfolg zu haben? Dann kann es sein, dass die Pflanze basierend auf Randbedingungen steril ist. Das bedeutet üblicherweise, dass die Pflanze, um zu gedeihen, noch eine zweite ihrer Art für die Pollenverteilung braucht, manchmal auch eine dritte, wenn sie komplett selbststeril ist.


Wer hier sein Glück nicht versuchen möchte und einfach keinen Platz für mehr von derselben Pflanze hat, wählt die Pflanzen am besten mithilfe sachkundiger Lieferanten aus oder hält Sie sich an selbstfruchtbare Sorten. Besonders Blaubeeren und Äpfel sind oft teilweise selbststeril.



11. Bestäuber mit Pestiziden abschrecken


Die andere Seite der Herbizid-Münze, ist es auch gefährlich, zu hart mit den Pestiziden ranzugehen. Und das nicht nur wegen der Erde.


Wenn du zu wenig Gemüse und Obst an deinen Pflanzen findest, obwohl du sie eigentlich sorgfältig gegossen und gedüngt hast, warst du vielleicht etwas zu übereifrig mit der Schädlingsbekämpfung. Zumindest ein paar Insekten sind nämlich notwendig, wenn die Pflanzen gedeihen sollen. Obst und Gemüse wollen bestäubt werden.


Es ist schwer zu beobachten, wie Schädlinge an dem heiß geliebten Gemüse herumfressen, aber denk dran, dass nicht jedes Insekt ein Feind ist.



12. Zu viele Pflanzen bestellen


Mit Pflanzen wie mit jedem anderen Hobby kann man sich leicht übernehmen. Wenn die Kataloge so tolle Schnäppchen bieten, ist es oft wirklich schwer zu widerstehen.


Die Zwiebeln erobern bald den Garten und die, die nicht in den Garten passen, den Keller. Zwiebeln versprechen vielleicht oft einen willkommenen Farbtupfer, wenn sich die Jahreszeiten ändern, aber nur, wenn sie gezielt gepflanzt werden können.


Beiß nicht mehr ab als du kauen kannst. Auch wenn das Schnäppchen wie ein toller Deal aussieht…



13. Bäume zu nahe am Haus pflanzen


Man sucht den perfekten Baum für den Garten aus, bereitet den Boden vor, pflanzt ihn ein, sieht ihm über Monate bis hin zu Jahren beim Wachsen zu… und dann muss er herausgerissen werden, weil die Wurzeln die Wasserleitungen oder den Keller stören.


Ein ausgewachsene Baum direkt vor dem Haus ist buchstäblich eine Bedrohung für Ihre Sicherheit. Und dazu gibt es noch andere Probleme, wie zu viel Schatten, konstante Feuchtigkeit und abgefallene Blätter und Blumen, die für Chaos vor dem Haus sorgen


Es ist niemals eine gute Idee, hohe Bäume in der Nähe des Hauses zu pflanzen. Regelmäßiges Beschneiden ist leider nicht genug. Besser von Anfang an einen Sicherheitsabstand einhalten.



14. Jahr für Jahr dasselbe Gemüse am selben Ort pflanzen


Wir neigen dazu, bestimmte Bereiche in unserem Garten für Gemüse und Zierpflanzen zu kennzeichnen, aber immer wieder dasselbe zu pflanzen ist auch nicht gut für den Boden. Wie bereits zuvor erwähnt verbrauchen verschiedene Pflanzen verschiedene Nährstoffe.


Wer immer dasselbe an derselben Stelle wachsen lässt, hat bald nicht viel mehr als ein saures Stück Erde. Dazu kommt auch noch, dass Schädlinge und Krankheiten, die das Gebiet befallen, oft wirtsspezifisch sind. Ihre Sporen bleiben im Boden und beeinflussen die nächste Pflanzencharge, wenn sie für sie anfällig ist.


Pflanzenrotation unterbricht diese Zyklen. Besonders das Anpflanzen von Hülsenfrüchten hilft dabei, Stickstoff im Boden zu binden. Der kann dann in der nächsten Saison von Blattgemüse verwendet werden, das ihn dringend benötigt.



Es kann Spaß machen und lehrreich sein, Gartenfehler mit anderen Gärtnern zu teilen. Jeder macht sie und wir sitzen ja jetzt auch nicht vor Gericht. Wenn die Chance besteht, aus den Fehlern anderer zu lernen, fühlt sich der Fehlschlag doch gar nicht so schlecht an. Vielleicht hilft der nächste ja auch dabei, dass ein anderer Gärtner ihn direkt vermeidet.

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