Vielseitiges Gemüse: Salatgurke pflanzen und ernten

Die Salatgurke schmeckt nicht nur sehr gut, ist gesund und vor allem ist sie auch ganz einfach anzupflanzen. Wie es geht, sagen wir euch hier.

March 1, 2020
Kategorie
Balkon und Garten
Ob als schmackhafter Salat, auf der Brotstulle, oder im würzigen Dip: die knackig grüne Salatgurke eignet sich für viele Rezepte.

Nicht nur der knackig leckere Geschmack überzeugt: auch ihre leuchtend gelben Blüten sind ein hübscher Anblick im Gemüsebeet. Selbst in der Kosmetikbranche findet das Gemüse als kühlende Maske ihren Gebrauch. Bei richtiger Pflege können Hobbygärtner Gurken in Hülle und Fülle ernten.

Salatgurken oder auch Schlangengurken gehören wie alle Gurken (Cucumis sativus) zur Familie der Kürbisgewächse. Die Salatgurke ist einjährig und kann bis zu 70 Zentimeter lang wachsen. Ihre typisch dunkelgrüne Farbe, sowie eine gerade, ab und zu auch spindelförmige Form erinnern an Zucchini. Salatgurken sind weiblich und jungfernfrüchtig, das heißt sie bilden ohne Bestäubung aus allen Blüten eine samenlose Gurke, was den Vorteil einer frühen und hohen Ernte des Gemüse hat.

So pflanzt ihr die Cucumis an

Vom Samen zur Pflanze im Gewächshaus

Salatgurken benötige viel Licht und Wärme und werden daher vorzugsweise im Gewächshaus angebaut. Mit einem humusreichen und lockeren Boden, der sich schnell
erwärmt und dennoch genügend Wasser speichern kann, können einige Sorten aber auch wunderbar im Freiland, also draußen, kultiviert werden. Da die Gurken es gerne warm haben, sollten die Pflanzen mit einer Abdeckung aus Vlies auf einer Mulchfolie angepflanzt werden. Salatgurken sind einjährige Pflanzen und sollten nur etwa alle vier Jahre auf derselbe Fläche angebaut werden.

Gute Nachbarn bilden Salat, Knoblauch, Spinat, Kohlrabi, Dill und Bohnen, wohingegen auf eine Mischkultur mit Tomaten, Sellerie, Erbsen und Kohl verzichtet werden sollte. Die Jungpflanzen der Gurke wachsen sehr schnell. Daher sollten die Vorkulturen erst drei Woche vor dem Pflanzen ins Gemüsebeet angelegt werden. Entweder verwendest du deine eigenen Gurkenkerne, welche du einfach aus der Gurke entfernen, auf Küchenpapier trocknen und aufbewahren kannst, oder du kaufst die Samen des Gemüse deiner Lieblingssorten im Pflanzenladen.

Im Gewächshaus kannst du bereits ab März vorkultivieren. Bei Temperaturen zwischen 22 bis 24 Grad und steter Bewässerung, können die Samen der Cucumis im, mit Anzuchterde gefüllten, Topf gut heranwachse.

Sobald die erste Laubblätter an den Setzlingen wachsen, könne diese vorsichtig ausgepflanzt werde. Möchte man die Gurke ins Freiland pflanzen, sollte man bis mindestens Mitte Mai warten, sodass warme Temperaturen sicher sind. Achte dabei auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen (etwa 150 x 40 Zentimeter). Wenn du de Gurken Sonne, Wärme und einen Windschutz bietest und sie gut pflegst, wirst du mit einer reichlichen Ernte belohnt.

Um das Wachstum sinnvoll zu gestalten, solltest du ein Rankgerüst als Kletterhilfe aufstellen. Damit die Triebe in die Höhe geleitet werde, solltest du die Neuaustriebe zweimal pro Woche um die Rankhilfe wickeln. Dies hilft im Übrigen auch gegen den Befall mit Pilzkrankheiten.

Wie pflanze ich Salatgurke im Topf?

Besitzt du keinen Garten, sondern nur einen Balkon oder Terrasse, solltest du beim Anbau von Gurken im Topf darauf achten, dass der Kübel ein Volumen von mindestens 20 Liter hat. Die Gurken sollten in Blumenerde eingepflanzt und an einem Rankgitter befestigt werden. Auch hier empfehlen wir einen sonnigen und windgeschützten Standort. Die Gurkenpflanzen auf dem Balkon sind besonders durstig und sollten vor allem im Sommer täglich gegossen werden.​

Unser Tipp:

Achte beim Anbau auf eine geeignete Sorte. Planst du eine Gurkenpflanze im Freiland, hat sich die «Delfs Nr. 1» als robuste Sorte erwiesen. Die «Doringer» ist sowohl für das Freiland als auch Gewächshaus geeignet und überzeugt mit zartem Fruchtfleisch. «Streits Nr. 5» und «Selma Cuca» eignen sich ebenfalls fürs Freiland, da sie auch robust sind. Zudem sind diese beiden Sorten extrem reichtragend.

Pflegen

Gießen, Düngen und Schneiden

Gurken haben einen hohen Wasserbedarf und sollte daher mindestens 4-mal pro Woche, in heißen Perioden täglich mit bis zu 3 Litern Wasser gegossen werden. Achte jedoch darauf, dass es zu keiner Staunässe kommt, da dies ein Faulen der Wurzeln verursachen könnte. Achte bei deinem Gießwasser auf salzarmes und kalkfreies Wasser sowie eine Bewässerung des Erdreichs anstelle der Blätter und Pflanze.

Da sie zu den Starkzehrern gehören, benötigen sie viel Nährstoffe, Magnesium und Spurenelemente. Organischer Dünger, wie Brennnesseljauche oder eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt haben sich als gute Düngung bewährt. Achte bei deinem Dünger auf einen geringen Chlor- sowie Stickstoffgehalt. Für eine optimale Fruchtfolge solltest du die Seitentriebe laufend auf zwei bis sechs Blätter, etwa 60 Zentimeter unterhalb der Wuchshöhe zurückschneide. Unter den Gärtnern bezeichnet man dieses Vorgehen als »Ausgeizen». Fängt die Gurken zu blühen, sollte die erste Blüte «ausgenkeift» werden, um den Blütewachstum zu fördern. Wer möglichst viele Gurken ernten möchte, sollte lediglich einen Haupttrieb stehe lassen.

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Verfärbung der Blätter oder fehlerhaftes Wachstum bei der Gurkenpflanze

Wenn Gurken nicht verzweigen, sondern nur hoch hinauswachsen, mangelt es womöglich an Sonne. Daher solltest du neben dem Kappen der Spitzen auch über einen sonnigeren Standort nachdenken. Entwickelt die Gurke gelbe Blätter, solltest du schnell handeln. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten in der Pflege, die du schnell und einfach beheben kannst. Zu viel oder auch zu kaltes Gießwasser kann eine Ursache für gelbe Blätter sein. Auch ein Mineralmangel kann die Ursache sein. Etwas weniger Wasser oder auch die Versorgung mit Pferdemist kann vorbeugend wirken und die Widerstandsfähigkeit der Gurkenpflanze fördern.

Welke, aufgehellte Blattränder sind die Ursache von Gurkenmosaikviren, welche durch Blattläuse übertragen werden. Befallene Pflanzen sollten sofort entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Als vorbeugende Maßnahmen sowie eine generelle Kräftigung können auch Kräuterduschen aus Brennnessel, Acker- und Schachtelhalm dienen.

Krankheiten und Schädlinge

Gurken sind relativ anfällig gegenüber echtem und falschem Mehltau. Ausreihend Pflanzenabstand und die Wahl robuster Sorten, wie Capra, Othello, Restina oder Darina,
kann dies vorbeugen. Hauptläuse gehören mit den Spinnmilben zu den Hauptübeltätern, da diese die Gurke befallen aber vor allem auch Krankheiten übertragen. Vor allem Spinnmilben machen der Gurke zu schaffen. Diese können meist jedoch auf einfache du natürliche Art durch Nützlinge wie die Raubmilben bekämpft werden.

Unser Tipp:

Nutze die Kraft von Sonne und Mond als kostenlose und effektive Gurkenpflege. Gurken, die bei zunehmendem Mond gepflanzt du gepflegt werden, schmecken aromatischer und sind reicher an Inhaltsstoffen. Werden die Nächte bei zunehmendem Mond heller, sollte alles gepflanzt, gesetzt und gepflegt werden, was oberirdisch wächst – wie eben auch die Gurke. Du kannst den Vollmond mit abnehmender Mondphase in folgenden Sternbildern wie folgt nutzen:

Wurzelentwicklung in Stier, Jungfrau und Steinbock
Blattentwicklung in Krebs, Skorpion, Fisch, Stier, Jungfrau und Steinbock
Blütenbildung in Stier, Jungfrau und Steinbock
Fruchtentwicklung in Widder, Löwe, Schütze, Stier, Jungfrau und Steinbock.

Ernte und Verwendung

Richtig Ernten

Bei den meisten Sorten kann nach sieben bis zehn Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Zuerst fängt die Pflanze an zu blühen und bereits zwei Wochen später können erste Früchte geerntet werden. Bis zu drei Erntegänge pro Woche sind möglich. Wir empfehlen früh morgens zu ernten, weil die Früchte zu dieser Tageszeit am
aromatischsten sind.

Damit die Gurkenpflanze bei der Ernte nicht beschädigt wird, solltest du die Früchte niemals abrupfen, sondern mit einem scharfen Messer richtig abschneiden.

Unser Tipp: Gurken grundsätzlich lieber jung ernten, da diese den höchsten Vitamingehalt und besten Geschmack haben.

Sind die Gurken überreif, verfärben sie sich gelb und sollten sofort abgeerntet werden, um die Pflanze nicht unnötig zu schwächen. In den meiste Fällen sind die Gurken dann nicht mehr genießbar. Auf Stresssituationen wie starker Regen, zu kaltes Gießwasser oder Kälte reagiert die Gurke mit Bitterstoffen, welche sich vom Stielansatz in die Gurke verteilen.

Nach der Ernte sind die Früchte etwa ein bis zwei Wochen haltbar. Achte Eine Möglichkeit die Gurken länger haltbar zu machen, ist das Einlegen in Essig oder Salz. Unbedingt sollte man vermeiden, dass Gurken neben Ethylen haltigen Früchten wie Äpfeln aufbewahrt werden.

Was ist an Salatgurke gesund?

Salatgurken enthalten besonders viele Vitamine aus der B-Gruppe, aber auch Vitamin C und E.  Auch überzeugt sie durch einen hohen Anteil an Magnesium, Kalium, Phosphor, Zink, Eisen, Kalzium und Kalium. Die Gurke enthält viel Peptidase, ein Enzym, dass Proteine spaltet und so bei der Verdauung eiweißreicher Produkte hilfreich ist. ​Durch den hohen Wassergehalt können sie auch als Feuchtigkeitsspender für die Haut eingesetzt werden sowie Schwellungen und Sonnenbrand lindern.

Leidet man unter Mundgeruch, kann eine einzelne Gurkenscheibe auf der Zunge die geruchsbildenden Bakterien im Mund abtöten und den Mundgeruch bekämpft. Gurken sind ein echtes Superfood und Gartenzierde zugleich. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, eigene Gurken anzupflanzen, da der Anbau relativ einfach, die Ernte dafür aber umso ergiebiger ist und dir so viel Freude bereiten wird.  

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Clara

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