Unkraut oder Heilkraut: der vielseitige Giersch

Giersch Pflege Desmondo
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Jetzt demnächst im Frühjahr ist der Giersch wieder ein sehr interessantes Kraut für die Gesundheit. Natürlich mögen viele Gärtner das Heilkraut das in der Küche im Frühjahr in vielen Gerichten seine berechtigte Verwendung findet nicht so sehr. Sie sehen es einfach als Unkraut das sehr schwer zu bekämpfen ist. Das vermeintliche Unkraut mit seinen frischgrünen bis gelbgrünen Blättern duftet jedoch sehr zart und angenehm, ähnlich wie Möhren und Petersilie. Zudem dient es nicht zuletzt bei Gicht als hervorragendes Heilkraut.

Warum gilt Giersch als Heilkraut - wie findet Giersch als Heilkraut Verwendung

Giersch wird deshalb im Frühjahr zur jährlichen Entgiftungskur gerne als Tee, in Salaten oder Suppen verwendet da es entgiften soll. Außerdem wird es seit Jahrhunderten als schmerzstillendes Heilkraut verwendet. Giersch wirkt zudem harntreibend, im Tee, und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Die entzündungshemmenden Eigenschaften werden hauptsächlich bei Gicht und rheumatischen Beschwerden geschätzt. Sogar bei Insektenstichen findet die Pflanze Verwendung zur Linderung von Schwellungen.

Hat Giersch auch noch andere Namen?

Wie viele Pflanzen wie auch der Löwenzahn hat auch der Giersch unterschiedliche Namen. Manche nennen ihn Baumtropfen, Dreiblatt, Gewöhnlicher Giersch, Geißfuß, Hinfuß, Podagariakraut, Podagarakraut, Zaun-Giersch, Zipperleinskraut. Die Pflanze ist also bekannt für die Zipperlein wie Rheuma und Gicht. Geißfuß wird die Pflanze genannt weil sie sich aus den beiden Wörtern Aigos und podion zusammensetzt. Aigos heißt griechisch Zeige und podion Füßchen also Ziegenfüsschen. Daher heißt der Aegopodium im süddeutschen Raum Geißfuß. Hier werden Ziegen Geißen genannt.

Zu welcher botanischen Familie gehört der Giersch?

Der Giersch gehört zur Gattung Aegopodium aus der Familie der Doldenblütler, der neben Aegopodium podagraria noch vier weitere Staudenarten angehören. Dabei ist der Podagraria wie er auch genannt wird die einzige in Europa vorkommende Art, denn die sogenannte Halbschattenpflanze bevorzugt ozeanische und subozeanische Gegenden.

Giersch ist eine Staude die in buchenreichen Mischwäldern, in Auwäldern, in Wald-, Gebüsch- und am Waldrand sowie an Gewässerrändern und Hecken gut gedeiht. Die Staude gilt zudem auch als Frische- und Feuchtezeiger.

Giersch heilkraut Desmondo

Wann blüht Giersch

Giersch blüht von Mai bis September und kann da auch geerntet werden. Jedoch je älter er ist umso härter und geschmacksintensiver werden die Blätter.

Welche Ansprüche hat Giersch an seinen Standort

Die Pflanzen gedeihen am besten auf einem schwach sauren bis schwach alkalischen Boden. Zudem zeigt Giersch an, dass der Boden ziemlich sicher recht Stickstoffhaltig ist. Das Kraut wächst in Gruppen an feuchten und halbschattigen Stellen im Garten, im Wald und auch Park und ist leicht zu pflanzen und zu pflegen. Also der Boden auf dem er wächst sollte nährstoffreich und basenreich sein und der Standort feucht.

Warum und wie kann man im Garten den Giersch bekämpfen

Die typische Wald- und Heckenpflanze vermehrt sich über ihre unterirdischen Wurzelausläufer und zusätzlich über Samen. Das macht die Podagraria fast unausrottbar. Wer eine Schildkröte besitzt hat noch die besten Chancen den Giersch loszuwerden denn Schildkröten lieben alle Blätter einfach und zumindest im Gehege der Schildkröte kann das Kraut durch Kahlfraß leicht ausgerottet werden.

Tipp für den Garten ohne Giersch

Er mag nicht viel Belastung und durch frühzeitiges Jäten Anfang des Jahres kann er deshalb am ehesten gut vertrieben werden. Sollte sich schon Samen gebildet haben und Blüten das Grün auf keine Fall auf den Kompost werfen. so bringt man den Samen natürlich später wieder im Garten aus. Als Feind des Giersch, falls man keine Schildkröte anschaffen will, ;-), gilt die Kartoffel, einfach zwischen den Giersch einige Kartoffelknollen setzen. Dann wächst er gleich nicht mehr so wild.

Ist Giersch zum menschlichen Verzehr geeignet?

Sehr gut sogar! Als Heilkraut ist er ja auch ein wahres Superfood.
Also am besten einfach essen, denn die bescheidene Pflanze diente wie viele Kräuter früher schon den Menschen vor allem in Krisenzeiten schon als Vitaminreiche Nahrung. Gerade die Blätter sind reich an Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen. Also in der Küche kann er mit Spinat mithalten. Leider ist das Wissen über die Verwendung und die superfood Vorteile vieler Kräuter in den letzten Jahren total verloren gegangen.

Wann kann man für die Küche die Blätter am besten ernten?

Die Ernte in Form der Blätter kann vom Frühjahr bis Herbst stattfinden.

Zwischen März und Mai kann man die jungen Blätter sehr gut zusammen mit anderen Wildkräutern im Salat oder gekocht wie Spinat verzehren, später im Jahr kann man die Blattstiele andünsten. Nur kurz blanchieren und dann sollen sie ähnlich wie Spargel schmecken.
Auch in einem Giersch-Pesto kann man die Ernte gut verarbeiten.

Kann man Giersch mit anderen Pflanzen verwechseln?

Die einzige Verwechslungsmöglichkeit ist die mit dem giftigen Schierling.

Achtung: Giersch erkennt man an seinem dreikantigen Blattstiel, bei dem eine Kante rund und die gegenüberlegende konkav eingewölbt ist.

Merken lässt sich das auch so:
"Drei, drei, drei – beim Giersch bist du dabei." – Hier werden der dreikantige Stiel, das dreiteilige Blatt und das obere dreigeteilte Einzelblatt als Erkennungsmerkmale definiert. Also wer sich das merkt dem kann nichts passieren beim Sammeln der zurzeit beliebten wilden Kräuter.

Aber nicht nur Giersch wird oft als überflüssig verkannt. Auch andere Pflanzen wie Gundermann und Spitzwegerich werden oft einfach nur als lästiges Unkraut bezeichnet. Dabei sind auch sie wahre Superfood Helden. Sie sind allesamt als Wildkräuter nicht nur gesund sondern auch schmackhaft und bereichern so eine Menge von Speisen wie Salat, Smoothies und Suppen in der natürlichen Küche.

Giersch heilkraut Desmondo
Artikel von Michael
1.2.2021