Tomaten im eigenen Garten anpflanzen

Tomaten sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Wir zeigen euch, wie ihr sie ganz einfach bei euch im Garten anpflanzt.

March 1, 2020
Kategorie
Balkon und Garten
Wer liebt sie nicht? Saftig, frisch und leicht süßlich im Geschmack bereichert die Tomate vielerlei Gerichte. Kein Wunder, dass es die Tomate zum beliebtesten Gemüse bei den Hobbygärtnern und geschafft hat. 


Tomaten (Solanum lycopersicum) gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten. Weltweit gibt es über 10.000 Kultursorten, von Johannisbeeren- bis Kürbisgroß, in grün, gelb, orange, dem klassischen rot oder gar schwarz, ob rund oder oval… die Tomate kennt keine Grenzen. Dies gilt auch für deren Verwendung in der Küche. So wird sie sowohl für eine Vielzahl von salzigen, aber auch süßen Gerichten verwendet und glänzt mit ihrem unvergleichlichen Geschmack. 

Tomaten zählen zur Pflanzenart der Nachtschattengewächse und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. 

Damit auch ihr einen großen Ertrag mit saftig knackigen Tomaten im eigenen Garten oder Balkon erhaltet und wie ihr eure Pflanze widerstandsfähig macht, verraten wir euch hier einige Tipps zum Anbau, Pflege und Ernte. 


Alles über das Pflanzen von Tomaten

Tomaten wachsen sowohl im Beet als auch im Kübel oder hängend. 

Als Standort sollte jedoch bei allen Anbauvarianten ein sonniger und windgeschützter Ort gewählt werden. Eine Überdachung der Tomaten ist sinnvoll, um optimale klimatische Bedingungen zu schaffen und sie vor den klassischen Pilzerkrankungen zu schützen. 

Tomaten benötigen einen durchlässigen und nährstoffreichen Gartenboden.

Eine Überwinterung ist meist schwer, da die meist einjährigen, manchmal auch zweijährigen und in seltenen Fällen mehrjährigen Pflanzensorten sehr kälteempfindlich sind.


Anpflanzung von Tomaten im Beet 


Bereits Ende März können Tomaten in einem Mini-Gewächshaus vorgezogen werden. Nach etwa 8 bis 10 Tagen zeigen sich erste Keimlinge, welche nach etwa drei Wochen pikiert werden sollten, um ein Eingehen und Konkurrieren im Wachstum zu vermeiden. 

Da die Tomaten sehr kälteempfindlich sind, sollten die Tomaten erst ab Mitte-Ende Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland gepflanzt werden. Dabei sollte ein Pflanzenabstand von mindestens 60 Zentimetern eingehalten werden, damit die Pflanzen genügend Licht und Luft erhalten. Je tiefer man diese einpflanzt, umso mehr Wurzeln werden gebildet, was die Pflanze standfester macht und die Aufnahmefähigkeit von Wasser und Nährstoffen erhöht. 

Bevor man die Tomaten einpflanzt, sollte das Beet mit einer Kompostgabe vorgedüngt werden. 


Tomaten können eine Höhe von 2.5 Metern erreichen. Damit die Pflanzen nicht unter ihrer Last umknicken, solltet ihr Stützen aufstellen, an denen die Tomaten mit Klammern oder Bast befestigt werden können. 

Da maximal fünf bis sieben Blütenstände optimal ausreifen können und die Tomatenpflanzen nicht zu groß wachsen sollten, ist es empfehlenswert, die Pflanzen immer wieder zu kappen.

Gute Nachbarn für die Tomaten sind Basilikum, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlrabi, Rettich, Rote Beete, Möhren, Lauch, Kopfsalat, Buschbohnen, Kapuzinerkresse, Pflücksalat, Radieschen, Spinat und Sellerie. Mit diesen Pflanzen entwickeln sich perfekte Mischkulturen und die Pflanzen profitieren sich gegenseitig in Wachstum und Gesundheit. 

Ungeeignete Pflanzennachbarn sind Fenchel, Erbsen und Kartoffeln. 


Anpflanzung von Tomaten im Topf


Tomaten müssen nicht zwingend im Beet gepflanzt werden. Einige Sorten eignen sich durchaus auch für den Anbau im Balkonkasten oder in der Hängeampel und sind daher ein ideales Gemüse für Terrasse oder Balkon. Beliebte Sorten sind zum Beispiel kleinwüchsige Busch- oder Strauchtomaten. Beim Pflanzen sollte man hochwertige Blumenerde oder spezielle Tomatenerde verwenden, damit die Blüten und Früchte gut reifen. 


Unser Tipp: Bitte kräftig Rütteln! Da wie bei allen Nachtschattengewächsen die Pollen fest verpackt in porösen Kapseln sitzen, sollten die Pflanzen immer wieder fest gerüttelt werden, damit der Blütenstaub freigegeben wird und sich die Tomate selbstbefruchten kann. 

Tomaten im Garten anpflanzen Desmondo


So müsst ihr Tomaten Pflegen


Tomaten sollten regelmäßig gegossen werden, jedoch muss Staunässe vermieden werden. Auf keinen Fall sollten die Pflanzen von oben gegossen werden, da die Feuchtigkeit diese welken lassen würde. Damit dies nicht geschieht und die Wurzeln das gesamte Wasser erhalten, solltet ihr unterhalb der Blätter gießen. Etwa einen halben Liter Wasser pro Tag kann die Tomate gut vertragen. 

Da die Tomaten zu den «Starkzehrern» zählen, sollten diese alle zwei bis drei Wochen mit Tomaten- oder Gemüsedünger genährt werden. Doch Achtung: ein Nährstoff-Überschuss führt zum Einrollen der Blätter.

Wir raten daher auch gerne zu organischem Dünger wie Pferdemist, Brennnesseljauche oder Hornmehl. 


Ein Entblättern der Triebe zwischen den Früchten sowie das empfohlene Entgipfeln der Pflanzen ist abzuraten. Lediglich ein Entfernen der Blätter bis zum ersten Fruchttrieb ist notwendig, um einen Pilzbefall vorzubeugen. 

Im Spätsommer sollten die Blütenstände an den Triebspitzen geschnitten werden, um den Früchten Platz zu geben. 


Wachstumsstopp, braune Flecken und co.


Kommt es zu einem Wachstumsstopp der Tomaten nach der Auspflanzung ins Freiland, kann das eine Folge von einer zu frühen Auspflanzung sein und den damit verbundenen zu frostigen Temperaturen, einem ungeeigneten Standort oder einer nicht Abhärtung der Tomaten. 

Um die Pflanzen vor dem Umzug ins Freiland abzuhärten, empfehlen wir diese, eine Woche zuvor, tagsüber auf dem halbschattigen Balkon zu stellen. So können sich die empfindlichen Pflanzen langsam an die neuen Umgebungsbedingungen gewöhnen. 

Dunkle Stellen auf den Tomaten sind oft ein Anzeichen für Blütenendfäule, welches die Tomaten ungenießbar macht. Regelmäßiges Gießen beugt die Blütenendfäule vor, da das Wasser die Tomaten mit Kalzium versorgt. 

Häufige Krankheiten


Die häufigsten Krankheiten bei den Tomatenpflanzen sind die Kraut- und Braunfäule. Hervorgerufen durch Pilzsporen in der Erde, bilden die Tomaten braune Flecken an Stängeln und Blättern. Oft stirbt die Pflanze kurze Zeit später ab. 

Um dies zu vermeiden, sollten Rankhilfen und Kübel immer gründlich desinfiziert werden.

Auch der ausreichende Pflanzenabstand im Gemüsebeet beugt Pilzbefall vor. 

Unser Tipp: Das Besprühen der Pflanze mit Ackerschachtelhalm stärkt und verhindert das Eindringen der Pilzsporen in die Blätter und Stängel.


Tomaten zum reifen motivieren

Möchtet ihr eure Tomaten zur Reife motivieren empfehlen wir, eine innovativ, dunkelrote Reifefolie unter die Tomatenpflanze zu legen. Die Früchte werden durch reflektierende Lichtwellen animiert, sich ebenfalls rot zu färben und heranzureifen. Im Gewächshaus hilft es auch, mehrere vollreife Äpfel oder Bananen zwischen die unwilligen Pflanzen zu hängen, da das ausströmende Ethylengas den Reifeprozess forciert. 


Ernte und Verwendung


Im Freiland muss man sich bis Juli gedulden, bis die Tomaten reif sind. Anders als im Gewächshaus, wo die Tomaten zwischen Ende Juni und November reifen, ist im Freiland spätestens im Oktober Ernteschluss.

Generell könnt ihr die Tomaten nach Augenmaß einfach abzupfen. Haben sie ihre typisch kräftig rote Farbe erreicht, schmecken sie am besten und können geerntet werden. Unreif geerntete, noch grüne Tomate enthalten giftiges Solanin und sollte nicht verzehrt werden.

Um Tomaten nach der Ernte länger haltbar zu machen, rentiert sich eine Aufbewahrung im Kühlschrank. Da die Tomaten aber kein Freund von Kälte sind, verlieren sie im Kühlschrank nach und nach ihren Geschmack, da sie in eine Art Kälteschock verfallen und aufhören zu reifen.

Daher raten wir die Tomaten an einem schattigen Ort nebeneinander und separiert von anderen Früchten, zu lagern, um so ungewollte Druckstellen sowie ein Nachreifen zu vermeiden. 


Was ist an Tomaten gesund?


Tomaten enthalten eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Der intensiv enthaltene Farbstoff Carotinoid schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungen und kann Krebs vorbeugen. 

Wissenschaftler fanden heraus, dass Bio-Tomaten, welche nur sparsam gedüngt wurden, mehr dieser zellschützenden Antioxidantien enthalten als die kultivierten Früchte aus dem Supermarkt. Ein weiterer Grund deine eigenen Tomaten anzubauen!



Verwendung der Tomaten

Frisch geerntete Tomaten schmecken mit einer Prise Salz, etwas Olivenöl und ein paar Blättern Basilikum am besten. Etwas ältere Tomaten lassen sich hervorragend einkochen und bilden eine tolle Sauce zu vielen Gerichten. 

Auch lassen sich Tomatenmarmeladen und Chutneys aus dem Gemüse herstellen. Habt ihr zu viele Tomaten, könnt ihr auch über eine Konservierung durch das Einlegen in Olivenöl oder das Trocknen der Tomaten nachdenken. 

Tomaten im Garten anpflanzen Desmondo
Clara

Alle Artikel von Clara

Zur Startseite