So seid ihr auf jeden Besuch vorbereitet

Was tun, wenn sich überraschend Besuch ankündigt? Keine Panik! Wir haben die wichtigsten Regeln für euch zusammengefasst.

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5.17.2021

Hilfe, wir bekommen Übernachtungsbesuch! Sollte ich meinem Besuch mein Bett anbieten? Darf ich meine Gäste bitten die Schuhe auszuziehen? Und wie verhalte ich mich, wenn der Gast anfängt mich zu nerven? Wir haben für euch die wichtigsten Regeln zusammengefasst, die ihr beachten solltet, wenn ihr Übernachtungsbesuch erwartet.

An oberster Priorität steht ganz klar «Der Gast ist König!». Dieser sollte sich so wohl fühlen, wie es nur irgendwie möglich ist. Daher solltet ihr euch auf dessen Besuch gut vorbereiten und während des Besuchs auch mal ein Auge zudrücken. Trotzdem gibt es gewissen Punkte, bei denen ihr auf eure Bedürfnisse beharren dürft. Alles wichtige gibt’s hier:

 

Schlafplatz

Die meisten unter uns haben kein separates Gästezimmer. Kündigt sich dennoch Besuch zum Übernachten an, fragen wir uns: Sollten wir unser Bett räumen oder reicht die Schlafcouch?

Bietet die Couch genug Liegefläche, Komfort und vor allem Privatsphäre, sollte diese für einen kurzen Aufenthalt ausreichen. Falls dem jedoch nicht so ist und das Sofa in offenen Räumen ohne Rückzugsmöglichkeit steht, solltet ihr für die wenigen Nächte euer Bett opfern, sodass euer Gast wenigstens in der Nacht die Tür einmal zu machen und Privatsphäre haben kann. 

Unser Tipp: Das Schlafgemach sollte bereits vor dem Eintreffen des Besuchs gemacht sein. Schöne Bettwäsche und ein kleines «Betthupferl» heißen den Gast willkommen und lassen ihn sich wohlfühlen.

Schuhe an oder aus?

Wer kennt das Problem nicht? Ihr habt gerade frisch aufgezogen, da klingelt es an der Tür und Besuch steht vor der Tür. Darf ich den Gast bitten die Schuhe auszuziehen oder ist das unhöflich?

Hier spielen zwei Kriterien eine Rolle: Beziehungsstatus und Bodenbeschaffenheit. 

Handelt es sich bei eurem Besuch um weniger bekannte oder innige Personen, solltet ihr diesem keinesfalls den, extra zum Outfit passenden, Schuh berauben. Bei der besten Freundin ist das etwas anderes.

Habt ihr sehr empfindliche Holzböden oder schutzempfindliche Edelflorteppiche dürft ihr euren Gast höflich bitten, die Schuhe auszuziehen. In dem Fall solltet ihr ihm eine Alternative wie Hausschuhe oder warme Socken anbieten, sodass es zu keinen kalten Füßen oder Löchern in den Socken kommt. 

Unordentliche Gäste

Werdet ihr auch ganz kribbelig, wenn euer Gast seine Sachen überall im Haus verteilt und herumliegen lässt? Doch darf man seinem Gast bitten diese wegzuräumen?

Zu guten Gastgeberqualitäten gehört es, über manche Dinge hinwegzusehen. Schließlich soll sich der Gast wohl fühlen. Doch kommt es zu dem Punkt, an dem ihr euch selbst nicht mehr wohl fühlt und dies schlimmstenfalls auf eure Stimmung oder Beziehung zum Gast schlägt, dürft ihr gerne etwas sagen oder ein bisschen aufräumen. 

Unser Tipp: Versucht eurem Gast indirekt darauf hinzuweisen, zum Beispiel mit Geschichten aus anderen unordentlichen Wohnungen, euren Putz-Traditionen oder kleinen Späßen. 

Badezimmer-Frage

Bei nur einem Badezimmer solltet ihr eine morgendliche Bad-Kollision möglichst vermeiden. Steht daher am besten früh genug auf, sodass ihr zuerst ins Bad kommt. Während euer Gast sich dann frisch macht, habt ihr genug Zeit, um aufzuräumen, Frühstück vorzubereiten und Kaffee zu kochen. Bis euer Besuch dann fertig ist, sollte auch eure Morgenmuffeligkeit bereits verblasst sein und ihr könnt den Tag mit einem schönen gemeinsamen Frühstück beginnen.

Termine während des Besuchs

Dürfen wir unseren Besuch auch mal alleine lassen, wenn wir andere Termine haben?

Jein.. wir sagen, es kommt auf den Termin drauf an. Wichtige Termine, gerade tagsüber solltet ihr keinesfalls absagen. Bietet eurem Besuch doch einfach ein paar schöne Beschäftigungsalternativen an: Sehenswürdigkeiten, Spaziergänge oder euer Lieblingscafé. 

Handelt es sich um kurzfristige Einladungen oder unwichtige Termine solltet ihr diese Absagen und die Zeit mit eurem Gast verbringen. 

Komplett – Reinigung

Zumindest der Bereich, zu denen euer Besuch Zutritt hat, sollte ordentlich und sauber sein. Absolutes Muss: Bäder, Küche und das Schlafgemach!!! Haare im Waschbecken, schmutzige Bettlaken und co. sind ein absolutes No-Go. 

In anderen Ecken im Haus darf dafür ruhig etwas Unordnung herrschen.

Speisen- und Getränkeangebot

Für den Gast gibt es kaum etwas Unangenehmeres als vor einem 5-Gänge-Menü zu sitzen und gestehen zu müssen, dass er dieses nicht essen wird. Und ihr habt euch umsonst viel Mühe und Arbeit gemacht. Daher dürft ihr euren Gast gern im Vorfeld nach seinen kulinarischen Vorlieben, Abneigungen und Allergien fragen.

Auch bei den Getränken solltet ihr auf verschiedene Vorlieben vorbereitet sein: eine kleine Auswahl an Säften, Softdrinks, Bier und Wein gehört zu den Basics eines guten Gastgebers. 

Einladen von A bis Z

Viele Gastgeber haben das Gefühl, ihren Besuch von Anfang bis Ende einladen zu müssen. Dem ist nicht so. Gewisse Dinge sind selbstverständlich, doch ein auswärtiges Essen zum Beispiel muss keinesfalls übernommen werden. Im Gegenteil: Wohlerzogener Besuch sollte als Gegenzug für eine «kostenlose Bleibe» auch mal die ein oder andere Rechnung begleichen. 

Schlafenszeit

Darf man vor seinem Besuch ins Bett gehen, wenn man müde ist?

Heikel. Versucht so lang es geht durchzuhalten. Ihr könnt jedoch etwas tricksen und eurem Gast durch die Blume hindurch oder mit kleinen Gesten wie Gähnen, Augenreiben und Co. vermitteln, dass ihr sehr müde seid und ins Bett wollt.  

«Klar kann die die Cousine der Freundin meiner Schwester bei mir übernachten»

Fühlt euch keinesfalls verpflichtet, zu jedem Übernachtungsgast «Ja» zu sagen, auch wenn ihr womöglich die einzige Bekannte weit und breit seid. Jeder Gast wird eine höfliche Absage verstehen. Doch bevor ihr absagt, lasst es euch doch nochmal durch den Kopf gehen. Gerade wenn es sich nur um ein bis zwei Nächte handelt, kann es durchaus auch eine schöne Erfahrung sein und neue Freundschaften können entstehen.

Entertainmentprogramm

Ein Rahmenprogramm beugt Langeweile vor und freut euren Gast.

Hierbei solltet ihr aber beachten, dass dieses nicht zu durchgetaktet ist und auch immer Pausen und Zeiten für Privatsphäre beinhaltet. Auch solltet ihr in eurem Programm flexibel sein und auch Umständen wie Wetterveränderungen oder andere Interessen eures Gastes anpassen können.

Spontan Besuch 

«Hey ich bin gerade in der Stadt und wollte fragen, ob ich bei dir heute übernachten kann?» AHHH… kennt ihr das Gefühl, völlig überrumpelt zu sein, da ihr nicht auf Besuch vorbereitet seid, die Wohnung nicht aufgeräumt und der Kühlschrank leer ist? Doch ist es nicht unhöflich die Bitte abzuschlagen?

Wir finden ganz klar: nein! Im Gegenteil – es gehört sich eigentlich nicht, jemanden so zu überrumpeln. Daher dürft ihr ohne schlechtes Gewissen absagen, sogar eine kleine Notlüge erfinden. 

Gesprächsflaute vorprogrammiert

Gibt es etwas Unangenehmeres als Gäste übers Wochenende und schon Freitag abends nach dem ersten Aperitif gibt es keinen Gesprächsstoff mehr? Um dies zu vermeiden könnt ihr euch vor ab Themen überlegen, weitere Freunde dazu einladen oder Spiele und Filme vorschlagen.

Haustiere

Klärt am besten im Vorfeld ab, ob euer Gast eine Tierallergie oder -ängste hat, sodass sich dieser auf eure Haustiere einstellen kann. Sollte sich euer Tierchen unschön gegenüber eurem Gast verhalten, solltet ihr diese räumlich voneinander trennen.

Entspannt euch

Es ist selbstverständlich, dass sich euer Alltag durch den Besuch von Übernachtungsgästen verändert. Viele Menschen stresst das, sie verkrampfen sich und können dies noch so gut überspielen: der Gast wird es spüren. Daher raten wir, euch im Vorfeld darüber bewusst zu sein und euch gezielt vorzunehmen, in gewissen Punkten das Auge zuzudrücken. Meist bleiben Gäste nur wenige Nächte und in der Sekunde der Abreise könnt ihr wieder euren Alltag aufnehmen, putzen und so leben, wie ihr wollt. Bis dahin heißt es: Ausharren. Ihr werdet merken, dass wenn ihr geduldig seid und euch entspannt, ihr zunehmend gelassener werdet und den Besuch viel mehr genießen könnt. 


Mit unserem kleinen «Übernachtungsgäste-Knigge» solltet ihr ideal für euren nächsten Besuch vorbereitet sein. 

Denkt immer daran: Wohnung, Speisen und Entertainment Programm müssen nicht perfekt sein. Das wichtigste ist, dass sich euer Gast wohl fühlt und ihr Spaß miteinander habt. Übernachtungsgäste bewirken immer eine Veränderung der üblichen Wohn- und Lebensmuster. Seid euch dem im Vorfeld bewusst und nehmt das ganze locker und gelassen – ihr werdet sehen, dass sowohl eure Stimmung, als auch die des Gastes deutlich gelöster und fröhlicher ist, wenn ihr ab und an ein Auge zudrückt und euch sagt: «Gäste im Haus sind Leben!»


Clara
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