So pflanzt ihr eure eigenen Hydrokulturen

Zum Pflanzen braucht es nicht immer Erde. Hydrokulturen brauchen nichts weiter als Erde. Wir zeigen euch, wie das funktioniert.

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6.11.2021

Wie die Schlaghose, sind auch Hydrokulturen ein Trend aus den 90er-Jahren, der wieder hochmodern ist. Die Zucht von Pflanzen ohne Erde sieht stylisch aus, macht wenig Arbeit und Dreck und die Auswahl an geeigneten Pflanzen ist riesig. Wie ihr eure eigene Hydrokultur pflanzt, pflegt und welche Vorteile sie bringt, erfahrt ihr hier. 


Hydrokultur heißt eigentlich nichts anderes als «Wasser-Anzucht». Erfunden wurden Hydrokulturen in den 90er-Jahren von Gerhard Baumann und Günter Gregg. Als Basis diente die Erforschung neuer Pflanzengefäße mit Bewässerungsmethode. Sie fanden heraus, dass Pflanzen auch ohne Erde überleben und wachsen können. Die Erde dient vielen Pflanzen nur als Fundament, um nicht umzufallen. Entscheidend für Wachstum sind jedoch Wasser, Luft und Nährstoffe. Daher kann man Pflanzen auch in speziellen Töpfen mit Blähton wachsen lassen, welcher dieselbe Aufgabe wie Erde erfüllt. 

Anbau und Pflege

Möchtet ihr selbst Hydrokulturen pflanzen, benötigt ihr keinen grünen Daumen und nur wenig Material. Wichtig ist der richtige Topf, welchen man in Gartencentern erhält. Die Tonkügelchen sollten nicht zu klein sein, da diese sonst zu leicht sind und die Pflanze im Topf umkippt. Am besten eignen sich Körner mittlerer Größe (4-10mm).

Verwenden könnt ihr eigentlich jede Pflanze. Am besten startet ihr im Frühjahr. Hierfür die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen und die restliche Erde von den Wurzeln waschen. Anschließend die Pflanze mit den nackten Wurzeln in den speziellen Innentopf setzen und den Topf mit Blähton befüllen. 

Im nächsten Schritt müsst ihr den Topf vorsichtig auf die Tischplatte klopfen, sodass sich der Blähton zwischen den Wurzeln verteilt und die Pflanze Halt bekommt. Zuletzt wird der Innentopf in den wasserdichten Übertopf gestellt und schon habt ihr eure eigene Hydrokultur. 

Wir empfehlen eine Wasserspeicheranzeige mit in den Topf zu geben. Dieser gibt den Vorrat an Wasser im Topf an. In der Anwachsphase solltet ihr erst wieder gießen, wenn der Pegel unter dem Minimum liegt. Der Pegel sollte nicht über das Maximum steigen, da die Wurzeln ansonsten zu wenig Sauerstoff bekommen und anfangen zu schimmeln. 

Vierteljährlich könnt ihr eure Pflanzen mit speziellen Hydrokultur-Dünger versorgen. Umtopfen muss man die Pflanzen nur, wenn sie zu groß geworden sind. Da die Pflanzen jedoch viel langsamer wachsen, als in normaler Erde, kann diese mehrere Jahre dauern. Um langfristig eine schöne Hydrokultur zu haben, empfehlen wir, die obersten 2 bis 3 Zentimeter der Blähtonschicht zweimal jährlich auszutauschen.


Vorteile einer Hydrokultur

Pflanzenvielfalt

Für Hydrokulturen eignen sich fast alle Pflanzen. Von farbenprächtigen Blütenpflanzen wie der Flamingoblume Anthurium über die filigrane Bergpalme Chamadorea, exotische Pflanzen wie die anmutende Strahlenpalme Licula oder die kanarische Dattelpalme oder mediterrane Exemplare wie Zitrus- und Olivenbäume – bei Hydrokulturen ist die Auswahl riesig. Sogar Kakteen gedeihen ohne Erde. Einzig die Wassermenge ist entscheidend, welche ihr mithilfe der Wasserspeicheranzeige überprüfen könne. 

Keim- und Schädlingsfrei

Als anorganische Substanz bildet das Tongranulat keine Nährstoffe und ist daher uninteressant für Keime oder Schädlinge. Auch Schimmel kann sich auf dem Blähton so gut wie nicht ausbilden.


Allergikerfreundlich

Pflanzen in normaler Blumenerde bilden Pilzsporen, welche zu allergischen Reaktionen führen können. Bei Blähton ist dies nicht möglich. Daher eignen sie sich perfekt für Büros, Läden und Wohnräume. 


Staunässe «Ade»

Überwässern zählt zu den häufigsten Fehlern beim Pflanzen. Kommt es zu Staunässe, können Wurzeln anfangen zu faulen. Bei Hydrokulturen verhindert Tongranulat dieses Problem, da überschüssiges Wasser im Blähton gespeichert wird. 


Stressfreie Ferien

Bei kürzerer Abwesenheit darf der Topf ausnahmsweise bis zur Maximum-Marke mit Wasser aufgefüllt werden. Plant ihr eine längere Reise, solltet ihr die Pflanzen aus dem Übertopf nehmen und in eine Wanne mit etwa 2 Zentimeter Wasser stellen. Hier kann sich die Pflanze selbst versorgen und ihr könnt ohne schlechtes Gewissen verreisen. 


Hydrokulturen sind unheimlich vorteilhaft. Mithilfe der Wasserspeicheranzeige kann man nichts falsch machen und deren Pflege ist absolut simpel. Durch die große Pflanzenvielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei. Also ran ans Werk – ihr werdet es nicht bereuen!

Clara
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