Rosmarin pflanzen, pflegen und ernten - So geht's

Äußerst aromatisch und immergrün verzaubert der Rosmarin viele Gerichte. Auch als Heilmittel findet er Verwendung. Wie ihr zu immer frischem Rosmarin kommt, verraten wir euch hier.

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6.8.2021

Herrlich duftend, vielseitig einsetzbar und pflegeleicht: der Rosmarin stammt zwar ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, lässt sich aber auch hervorragend in heimischen Gärten anbauen. Seit 2020 wird der Rosmarin (Salvia rosmarinus) der Gattung der Salbei und Familie der Lippenblütler zugeordnet.


Bereits in der Antike wurde das Kraut wegen seines starken Dufts als Weihrauch-Ersatz und Heilkraut verwendet und stand symbolisch für Liebe und Treue. Aufgrund seiner ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe wirkt Rosmarin kräftigend, anregend und kann bei Nervenschmerzen eingesetzt werden. Vor allem wird das würzige Kraut aber zum Verfeinern von Fisch, Gemüse, Kartoffeln und Fleisch verwendet. 

Gleichzeitig überzeugt der Rosmarin mit seinem Wuchs: immergrün, mehrjährig, dichtbuschig und ausladend. In der Blütezeit entzückt er mit seinen blauvioletten, rosa, weißen oder hellblauen Blüten sowohl uns Menschen als auch zahlreiche Insekten. Wie ihr den Rosmarin im eigenen Garten oder Balkon anbaut, pflegt und erntet, verraten wir euch hier. 


Pflanzen


Angepflanzt werden kann der Rosmarin sowohl im Freiland als auch im Topf. Eine Kultivierung im Topf hat den Vorteil, dass das Kraut in kalten Wintern leichter an geschützte Standorte überwintert werden kann.  

Aufgrund seiner Herkunft mag es der Rosmarin gerne warm und geschützt. Daher eignet sich eine Aussaat ins Freie Ende Mai. Im Topf kann bei geschützten Bedingungen bereits im März gesät werden. 

Mäßig trockene und sehr durchlässige kalkhaltige Böden stellen optimale Standortbedingungen dar. Das Bodensubstrat sollte dabei humusarm und mineralhaltig sein. Auch ein Steingarten hat sich als Standort bewährt. Freilandpflanzen sollten spätestens im Frühjahr in magere, durchlässige Erde gepflanzt werden, damit sie für den ersten Winter gerüstet sind. 

Hat der Rosmarin einmal gewurzelt, kann er bei guten Bedingungen zwischen ein bis zwei Meter groß werden. Auch in die Breite dehnt er sich gerne aus. Daher sollte bei der Pflanzung auf ausreichend Pflanzabstand beziehungsweise einen großen Topf geachtet werden. Im Beet empfehlen wir etwa 50 Zentimeter.

Als geeignete Kräuternachbarn haben sich Thymian, Salbei, Ysop und Lavendel bewährt. Möhren, Fenchel, Zwiebeln und Kohl, vor allem, aber Bohnen sind ideale Gemüsenachbarn. Der Geruch des Rosmarins vertreibt Schädlinge, sodass seine Nachbarn geschützt bleiben. 


Unser Tipp: Bei einer Anpflanzung auf dem Balkon ist eine hängende Sorte wie «Prostatus» eine hübsche Variante


Pflegen


Rosmarin sollte regelmäßig, aber mäßig gegossen werden, wobei Staunässe vermieden werden sollte. Bei Topfpflanzen raten wir daher zu Abzugslöchern. Freilandpflanzen müssen nicht gedüngt werden. Topfpflanzen hingegen sollten zwei bis drei Mal pro Saison mit niedrig dosiertem Flüssigdünger versorgt werden. Ende März solltet ihr die Triebe aus dem Vorjahr auf kurze Stummel herunterschneiden. So bleibt euer Strauch kompakt.

Rosmarin ist relativ winterhart. Er verträgt Frost bis minus zehn Grad und sollte daher längst möglich draußen gehalten werden. Werden tiefere Temperaturen erwartet sollte ein dunkles Winterquartier mit Temperaturen nahe dem Nullpunkt gewählt werden. Gegossen wird in dieser Zeit nur so viel, dass die Wurzel nicht austrocknet. Ab spätestens März können die Pflanzen wieder ins Freie gesetzt werden.

Vertrocknete Pflanzen können eine Folge von Wurzelfäule sein. Um den Rosmarin zu retten, solltet ihr die Pflanze ausgraben und die Erde an den Wurzeln entfernen. Kranke Wurzeln sollten sorgfältig abgeschnitten werden, die gesunden Überreste in ein Bad aus Bewurzelungshormonen getaucht werden. Anschließend kann der Rosmarin an einem neuen Standort wieder eingepflanzt werden. 

Hängende Nadeln am Rosmarin sind ein Zeichen für Wassermangel. Regelmäßiges, aber mäßiges Gießen kann weiterhelfen. Gelbe Nadeln hingegen weisen auf zu viel Wasser hin. In diesem Fall sollte auf das Gießen für die nächsten Tage verzichtet werden. 


Krankheiten und Schädlinge

Bei zu dicht nebeneinander stehenden Pflanzen kann der Rosmarin von Echtem Mehltau befallen werden. Wurzelfäule tritt bei zu nasser Erde auf. Ein Schädlingsbefall ist eher selten, da die stark ätherischen Öle diese meist fernhalten. 


Ernte und Verwendung


Rosmarin kann ganzjährig geerntet werden. Hierfür werden entweder einzelne Blätter oder ganze Triebspitzen mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Nach der Ernte kann dieser direkt verwendet werden, um Fleischgerichte, Gemüse oder Kartoffelgerichte zu verfeinern. Auch können die Zweige zu Rosmarinöl oder -salz gut verwendet werden. Den Rosmarin kann man auch hervorragend einfrieren oder trocknen.

Rosmarin wird eine beruhigende Wirkung auf den Magen zugesprochen. Auch hilft er bei Husten, unterstützt Leber und Galle, regt den Kreislauf an und stärkt die Nerven. Zudem enthält Rosmarin viele Antioxidantien und das enthaltene Cineol fördert die Konzentration. Zu viel Rosmarin kann Blutungen fördern und Herzkranken schaden. 

Unser Tipp: Getrocknete Nadeln solltet ihr stets in Gläsern, Blechdosen oder Porzellan aufbewahren, da Plastikbehälter das Aroma verfälschen. 


Ihr möchtet neben dem Rosmarin noch weitere Kräuter anpflanzen? Wie wäre es mit Pfefferminze oder Thymian? Tipps und Tricks findet ihr hier.


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Clara
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