Ingwer: So pflanzt ihr die Heilpflanze im eigenen Garten

Ingwer ist eine wahre Wunderwurzel. Aufgrund seines unverwechselbaren Aromas und seiner positiven Wirkung auf die Gesundheit ist die Knolle unheimlich beliebt.

March 1, 2020
Kategorie
Balkon und Garten
Ingwer aus dem Supermarkt hat meist einen langen Transportweg hinter sich, da die Wurzel aus den Tropen stammt. Wie ihr die Heilwurzel bei euch daheim anpflanzen und frisch genießen könnt erfahrt ihr hier. 


Der Ingwer (Zingiber officinale), auch Ingwerwurzel oder Imber genannt ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die vor allem in den Tropen wächst. Ingwer-Knollen sind Wurzelstöcke, auch Rhizome genannt. Es handelt sich dabei um den Stängel der Pflanzen. Der «grüne Teil» besteht ausschließlich aus den langen Laubblättern mit Blütenstand, welche direkt aus dem Rhizom austreiben, jedoch kaum eine Verwendung haben. Die Knolle hingegen findet viele Verwendungszwecke. Vor allem als Gewürz und Heilmittel ist sie sehr beliebt.

Je nach Produktionsmethode, Erntezeitpunkt und Zubereitungsart wird Ingwer ein mildes oder scharfes Gewürz.

Als Heilwurzel stärkt sie das Immunsystem, kurbelt die Verdauung an, hilft beim Abnehmen, lindert Übelkeit und gilt als eines der besten Hausmittel gegen Erkältungen. 

Um unnötige Transportwege zu vermeiden, lohnt es sich, den Ingwer auf der eigenen Fensterbank anzubauen! Wir verraten euch, wie auch ihr eure eigene Wunderknolle anpflanzen könnt!


So pflanzt ihr euren eigenen Ingwer


Um Ingwer selbst anzupflanzen sollte eine Knolle in Bio-Qualität mit Vegetationsknoten gewählt werden. Diese Knoten sind rundliche Verdickungen, die grün oder weißlich aus der Rinde herausschauen, und an welchen später neue Wurzeln und Blätter treiben. Achtet darauf, dass das Ingwer-Rhizom möglichst frisch und fest ist, sodass es noch austreiben kann. 

Als Zeitpunkt für den Anbau eignet sich das Frühjahr. 

Um Ingwer im Topf anzupflanzen müsst ihr das Rhizom zunächst in mehrere, etwa fünf Zentimeter lange Stücke schneiden und über Nacht im warmen Wasser einlegen. Anschließend können die Ingwerstücke in einen flachen, etwa 30 Zentimeter breiten Topf so eingesetzt werden, dass die Oberseite des Rhizoms noch leicht herausschaut. Der Topf sollte zu drei Vierteln mit nährstoffreicher Pflanzenerde gefüllt sein und gut gegossen werden.

Ingwer keimt auf der Fensterbank oder der Heizung


An einem hellen und warmen Ort, zum Beispiel auf der Fensterbank über einer Heizung, kann der Keimungsprozess beginnen. Wenn ihr diesen beschleunigen wollt, kann man den Topf auch in ein Mini-Gewächshaus stellen oder mit Frischhaltefolie abdecken, um ein feucht-warmes Klima wie in den Tropen zu simulieren. 

Nun ist Geduld gefragt. Am schnellsten wächst die Pflanze bei warmen Temperaturen ab 25 Grad. 

Eine gesunde Pflanze kann im älteren Stadium auch nach draußen auf den warmen Balkon gestellt werden. Hier ist jedoch zu beachten, dass die Temperaturen niemals unter 12 Grad fallen und der Ingwer nicht in der prallen Sonne steht. Hierfür eignet sich ein Süd-, West- oder Ostbalkon und ein Standort in einer sonnigen Mauernische oder auf dem Boden vor dem Geländer. 

Mutige bauen Ingwer im Freien an


Für die mutigen unter euch, kann auch ein Anbau im Freien gewagt werden. Der Ingwer gilt zwar als sehr pflegeleicht, jedoch stellt er hohe Ansprüche an seine Boden- und Standortbedingungen. Im Garten eignet sich das Hochbeet, ein Stauden- oder Gemüsebeet oder ein Gewächshaus. Als Pflanzzeitpunkt sollte bis nach Eisheiligen gewartet werden, da der Ingwer sehr frostempfindlich ist. Wie auch im Topf, sollte die Erde nährstoffreich sein. Eine Mischung aus Mutterboden und reifem, gesiebtem Kompost ist ideal. 

Überwintern kann das Rhizom im Topf bei etwa 10 Grad und sollte daher rechtzeitig eingeräumt werden. Eingezogene Blätter sollten abgeschnitten werden. Um eine Vermehrung zu generieren, sollte der Ingwer trocken überwintert werden. Auch eine Düngung sollte in den Wintermonaten vermieden werden.

Spätestens im Frühjahr fängt die Pflanze meist von selbst wieder an zu sprießen. 

Ingwer pflanzen, pflegen und ernten Desmondo


So müsst ihr Ingwer pflegen


Damit die Triebe gut wachsen, sollte der Ingwer an einem hellen, absonnigen und möglichst warmen Platz stehen. 

Da der Ingwer aus tropischen Gebieten stammt, sollte man ihn regelmäßig, aber in Maßen gießen. Hierfür sollte kalkfreies Wasser, idealerweise abgestandenes Regenwasser aus der Tonne ein- bis zweimal pro Woche auf die Wurzel gesprüht werden. Die Erde sollte stets leicht feucht, aber niemals nass sein, da sonst die Gefahr besteht, dass das Rhizom fault. 

Eingerollte Blätter oder braune Triebspitzen sind Anzeichen für Wassermangel. Um dies zu vermeiden, kann man die Blätter gelegentlich mit kalkfreiem Wasser besprühen. 

Ingwer ist unkompliziert, was die Nährstoffversorgung angeht


Bezüglich der Nährstoffversorgung ist der Ingwer recht unkompliziert. Ist das Bodensubstrat nährstoffreich, kommt die Pflanze meist ohne zusätzliche Düngung aus. Wird die Pflanze für eine lange Zeit nicht umgetopft, können die Nährstoffe knapp werden. Gelbliche Blätter und ein verhaltenes Wachstum sind typische Anzeichen einer Nährstoffunterversorgung. In diesem Fall oder auch vorbeugend, kann die Pflanze alle zwei Wochen mit flüssigem Gemüsedünger im Gießwasser gestärkt werden.

Bei guter Pflege wächst der Ingwer meist schon innerhalb des ersten Jahres bis zu einem Meter hoch. Wenn ihr im ersten Jahr noch nicht ernten möchtet, empfehlen wir ein Umtopfen in einen größeren Topf mit frischer, humusreicher Ernte. 

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist der Ingwer, durch seine scharfen Inhaltsstoffe, recht robust. Einzig die Trauermücke kann, zu einem Problem werden. Da diese von nassen Substraten magisch angezogen wird, solltet ihr eine kalkfreie Sandschicht auf das Substrat eurer Ingwerpflanze geben. 



Unser Tipp: Um Staunässe zu vermeiden und der Ingwerpflanze optimale Bodenbedingungen zu schaffen, empfehlen wir eine Beigabe von Zuschlagstoffen, wie Sand oder Kokoshum. 

Außerdem raten wir euch, beim Gießen darauf zu achten, kein eiskaltes Wasser zu verwenden, da der Ingwer sonst einen Schock erleidet.


Ernte und Verwendung


Der Ingwer entwickelt über die Monate mehrere Triebe, welche über einen Meter hoch werden können und optisch an Bambus erinnern. Nach etwa sieben bis neun Monaten verfärbt sich das Laub dieser leicht gelb. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze geerntet werden kann. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Ingwerpflanze erst nur noch wenig, dann gar nicht mehr gegossen werden.

Ist das Laub komplett verfärbt, ist die Knolle erntebereit und hat ihren intensiven Geschmack vollständig entwickelt. 

Für die Ernte, den Topf oder Kübel umkippen, sodass die Rhizome auf die Erde kullern. Anschließend die Knolle an den Blättern fassen und kräftig schütteln, damit überschüssige Erde oder Topfsubstrat abfällt. 

Entweder verwendet man das gesamte Rhizom oder schneidet nur einen Teil, etwa drei bis vier Zentimeter unter den Blättern, mit einem scharfen Messer ab.


Unser Tipp: Wenn sich noch Vegetationsknoten an den verbleibenden Stücken befinden, können daraus wunderbar neue Pflanzen gezogen werden. Vor allem die Endstücke der Rhizome wachsen besonders kräftig. 


Nach der Ernte ist die Wurzel mehrere Wochen haltbar. Am besten hält er sich im Gemüsefach im Kühlschrank. Ingwer enthält viele ätherische Öle, welche gegen Übelkeit helfen. 

Gingerole fördern den Stoffwechsel, indem sie Speichel- und Magensaftsekretion steigern. Dank seiner antioxidativen Wirkung stärkt Ingwer das Immunsystem und schützt vor grippalen Infekten. Zudem enthält die Wurzel viele Mineralstoffe wie Vitamin C, Calcium, Eisen und Magnesium. 

Auch als blutverdünnendes und damit bluthochdrucksenkendes Mittel wird Ingwer gern eingesetzt.

So könnt ihr Ingwer zu euch nehmen


Ingwer kann man auf viele Arten zu sich nehmen: getrocknet als Pulver, aufgebrüht als Tee, entsaftet oder frisch verarbeitet, roh oder gekocht. Ingwer verleiht vielen Speisen die nötige Schärfe, aber auch in Gebäck, Kuchen oder Desserts lässt sich Ingwer hervorragend kombinieren.


Unser Tipp: Ingwer entsaften und in Eiswürfelbehältern einfrieren. Da das Entsaften des Ingwers mit etwas Aufwand verbunden ist, lohnt es sich, eine große Menge auf Vorrat zu entsaften und tiefzugefrieren. So können anschließend kleine Ingwer-Eiswürfel zum Anbraten von Speisen oder mit als Ingwershot verwendet werden. 


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Clara

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