Dünger für den Garten

Ihr habt eine neue Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt und baut fleißig Blumen, Gemüsepflanzen und Kräuter an, doch der große Ernteerfolg bleibt aus?

8.30.2021

Ihr habt eine neue Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt und baut fleissig Blumen, Gemüsepflanzen und Kräuter an, doch der grosse Ernteerfolg bleibt aus oder die Blumen lassen schnell ihre Köpfe hängen?

Grund hierfür kann eine Mangelversorgung mit Nährstoffen sein.  Denn neben Wasser und Kohlendioxid benötigen Pflanzen auch Nährstoffe. Dünger kann hier aushelfen. Welche Düngemittel sich gut eignen und wie ihr auf chemische Mittel verzichten könnt, verraten wir euch hier. 



Im Gartenfachhandel verliert man schnell den Überblick, welcher Dünger sich am besten eignet. Denn für fast jede Pflanzengruppe findet man mindestens einen Spezialdünger. In manchen Fällen sind diese sicherlich angebracht, in anderen ist es schlichtweg Geldmacherei. Deshalb stellen wir euch die zehn wichtigsten Dünger vor, mit der ihr im Garten auskommt. 

Mineraldünger haben Vor- und Nachteile. Sie schaffen schnelle Abhilfe, da die Pflanzen die Nährstoffe sofort aufnehmen können. Jedoch kann der in Mineraldüngern enthaltene Stickstoff vom Boden kaum gespeichert werden, sodass er ins Grundwasser gelangt und Wildpflanzen zugrunde gehen. Trotzdem sind Mineraldünger unverzichtbar, da die chemische Nitratherstellung Teil der Ernährungskette der Weltbevölkerung ist. 


Im Garten raten wir trotzdem eher zu möglichst organischen Düngemitteln. Damit werden die Nährstoffe, die bereits im Nährstoffkreislauf vorhanden sind, recycelt. Lediglich bei Pflanzen, die unter akutem Nährstoffmangel leiden, sollte mit Mineraldünger behandelt werden.


  1. Kompost

Kompost ist die effektivste, einfachste und günstigste Form des Nährstoffrecyclings. Kompost verbessert die Bodenstruktur, hebt den pH-Wert, besitzt einen hohen Gehalt an Spurenelementen. Zudem verbessert er das Speichervermögen für Wasser und Nährstoffe. Je nach kompostiertem Material können die Nährstoffgehalte stark schwanken. Daher raten wir, vor der Verwendung den Stickstoff-, Phosphat und Kalkgehalt zu testen und nur geeignete Pflanzen damit zu behandeln. 

Kompostierte Gartenabfälle können erst nach einem Jahr verwendet werden. 

  1. Rasendünger

Rasendünger sind auf die Bedürfnisse des Bodens abgestimmt. Meist handelt es sich um Langzeitdünger: Die Nährsalzkügelchen sind von einer Harzhülle umgeben, welche verwittern muss, bevor die Nährstoffe freigesetzt werden können. Dies hat den Vorteil, dass man nur ein bis zweimal pro Saison düngen muss. 

Meist kann der Dünger bereits im März ausgebracht werden, bestenfalls zwei Wochen vor dem Vertikutieren des Rasens. 
Unser Tipp: mit Streuwägen lässt sich der Rasendünger gleichmäßig und einfach auf dem Rasen verteilen. 

  1. Hornspäne und Hornmehl

Hornspäne entsteht durch das Raspeln von Hörnern und Hufen von Schlachtrindern. Der hohe Stickstoffgehalt von etwa 14 Prozent sowie die geringen Mengen an Phosphat und Sulfat eignen sich ideal als Düngemittel. Der ideale Aussähe-Zeitpunkt ist im Herbst, da es etwa drei Monate dauert, bis die Wirkung einsetzt. 

Das fein gemahlene Hornmehl kann auch erst im Frühjahr gestreut werden, da es schnell vom Boden zersetzt werden kann. Durch die langsame Freisetzung des Stickstoffs ist eine Überdüngung so gut wie ausgeschlossen. 

Gerade bei nährstoffarmen Rindenmulch oder Holzhäcksel ist eine Düngung mit Hornspänen zu empfehlen, sodass es zu keinem Stickstoffengpass kommt. 
Neue Bäume, Sträucher oder Rosen sollten direkt nach der Pflanzung mit einer Handvoll Hornspäne bearbeitet werden.

  1. Kalkstickstoff

Der Kalkanteil im Kalkstickstoff sorgt dafür, dass der pH-Wert des Bodens stabil bleibt. So wirkt er entgegen einer natürlichen Bodenversauerung. 

Das im Kalkstickstoff enthaltene Cyanamid tötet keimende Unkrautsamen und Schaderreger im Boden ab. Daher eignet es sich als Grunddüngung für Saatbeete und den Grünkompost. Der Kalkstickstoff sollte etwa zwei Wochen vor der Einsaat ins Beet eingearbeitet werden. 

Vorsicht: Bei der Anwendung raten wir zum Tragen von Handschuhen, dass der Dünger bei Hautkontakt stark ätzend wirken kann. 

  1. Kuhmist

Kuhmist ist zwar nicht für jeden, dennoch eignet er sich hervorragend als organischer Dünger. Der Mist sollte mindestens einige Monate gelagert sein, sodass er sein volles Potenzial entfalten kann. 

Kuhmist sollte etwa alle drei Jahre im Herbst ausgebracht werden. 

  1. Organischer Volldünger

Organische Dünger wie Animalin oder Fertofit bestehen aus rein natürlichen Rohstoffen wie Feder, Knochen- oder Hornmehl, Fermentationsrückständen und Rübenschnitzeln. 

Da die Nährstoffe im Boden erst mineralisiert und pflanzenverfügbar gemacht werden müssen, besitzen organische Volldünger eine langfristige und nachhaltige Wirkung. Durch den hohen Ballaststoffgehalt wird der Boden zusätzlich mit Humus angereichert. 

  1. Blaukorn Entec

Blaukorn Entec zählt vor allem im professionellen Gartenbau zu den am häufigsten verwendeten Düngungsmitteln. Er eignet sich für Topf- und Freilandpflanzen, als auch für Nutz- und Zierpflanzen. 

Das Ursprungsprodukt Blaukorn Nitrophoska (Nitrat, Phosphat und Kalium) versorgt die Pflanzen schnell mit allen wichtigen Nährstoffen. Allerdings kann ein großer Teil des Nitrats von den Pflanzen gar nicht so schnell aufgenommen werden und versickert im Erdreich. 

Daher wurde Blaukorn Entec entwickelt, welches den Ammonium-Anteil im Boden langsam in Nitrat umwandelt und so die Wirkungsdauer verlängert und die Umweltverträglichkeit verbessern. Auch der Phosphat-Anteil ist in dieser Variante des Blaukorns geringer.

  1. Flüssigdünger

Flüssigdünger eignen sich besonders für Topfpflanzen. Gerade hier gibt es eine Reihe von Spezialprodukten. Der Flüssigdünger kann ins Gießwasser hinzugefügt werden. Wir raten dazu, die Dosierung etwas geringer zu halten, als angegeben. Da die meisten Flüssigdünger schnell ausgewaschen werden, raten wir zu einer zweiwöchigen Düngung.  

  1. Patentkali

Patentkali ist ein Einnährstoffdünger. Er besteht lediglich aus Kalium, versorgt Pflanzen aber zusätzlich mit Magnesium und Schwefel. Da er chloridarm ist, eignet er sich ideal für Gemüse- und Obstbäume, als auch Stauden und Ziergehölze.

Bei den meisten Pflanzen empfehlen wir eine Düngung im September, da das Kalium das Triebwachstum zum Abschluss bringt. Pflanzen werden so widerstandsfähiger gegenüber Frost.

Im Frühjahr stimuliert Kalium das Wurzelwachstum und schützt gegen Pilzkrankheiten. 

  1. Bittersalz

Bittersalz enthält 16 Prozent Magnesium. Daher sollte es nur bei akuten Mangelerscheinungen, wie Blattverfärbungen, eingesetzt werden. 

Bei der Verwendung des Blattdüngers werden fünf Gramm Bittersalz pro Liter Wasser aufgelöst und auf die Pflanze gesprüht.
Wir empfehlen eine zusätzliche Düngung mit magnesiumhaltigem kohlensaurem Kalk. 


Dünger versorgt unsere Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen und führt zu einem gesunden und kräftigen Pflanzenwachstum. Wenn ihr euch nicht sicher seid, welches Düngemittel für eure Pflanzen das Beste ist, könnt ihr euch gut im Fachhandel beraten lassen. Jedoch raten wir, immer zu natürlichen Produkten zurückzugreifen, um uns und unserer Umwelt nicht zu schaden.


Clara
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