Survivalgarden: Alles was ihr zum Überleben braucht in eurem Garten

Mit einem Survivalgarden werden ihr richtig unabhängig und ihr wisst genau, wo euer Essen herkommt und was darin ist. Wir erklären euch, wie ihr euch einen solchen Garten anlegt.

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4.13.2021

Clara

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Egal, ob ihr einen Überlebensgarten aus der Not heraus anpflanzen möchtet, um vorbereitet zu sein oder einfach, um unabhängiger zu werden: Sehr schnell werdet ihr das Gefühl der Sicherheit, welches der Garten euch bieten wird, zu schätzen wissen! 

Selbst angebaute Produkte sind in Geschmack und Nährwert dem Obst und Gemüse aus dem Supermarkt weit überlegen, da dieses oft bereits Tage oder Wochen vor dem Verkauf geerntet wurde.

Historisch gesehen haben die Menschen in Zeiten von Krieg, Hungersnot oder wirtschaftlicher Unsicherheit Überlebensgärten angelegt. Zu wissen, dass man die eigene Familie durch harte Zeiten bringen kann, unabhängig von äußeren Umständen, gab den Menschen schon damals ein beruhigendes Gefühl.

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Planung ist das A und O 


Bevor es Lebensmittelgeschäfte in Hülle und Fülle gab, mussten die Menschen eine Strategie entwickeln, wie sie ihre Lebensmittelversorgung über den Winter sicherstellen konnten. 

Es gibt drei Methoden zur Sicherung von Produkten für die Wintermonate - Winterernte, Kühllagerung und Konservierung. Wenn alle drei Methoden zusammen angewendet werden, wird eine vielfältige Ernährung auch in Zeiten, in denen frisches Obst und Gemüse keine Saison hat, sichergestellt. 


Winterernte

Einige Pflanzen wie Topinambur können den ganzen Winter über geerntet werden, was sie zu einer wertvollen Überlebenspflanze macht. Die Verwendung von Reihenabdeckungen, eines Frühbeetes oder Gewächshauses ist eine weitere Möglichkeit, die Ernte in den Wintermonaten zu verlängern. Auch der Anbau von «Micro Greens» oder Keimlingen wird zunehmend populärer, da er im Haus nur wenig Platz in Anspruch nimmt und viele konzentrierte Vitamine, Mineralien und Antioxidantien liefert. 


Langfristige Lagerung

In einem Wurzelkeller können Produkte wie Äpfel, Zwiebeln, Kartoffeln und Winterkürbisse 6 bis 9 Monate lang gelagert werden. Auch Konserven halten sich im Kühlraum länger. Verschiedene Produkte haben unterschiedliche Lagerungsbedürfnisse, daher solltet ihr euch vor der Lagerung über jede Sorte informieren.


Konservierung

Obst und Gemüse, das eine kurze Haltbarkeit hat, muss durch Einmachen, Einfrieren, Trocknen oder Fermentieren konserviert werden. Obst und Gemüse kann auch in Brot verarbeitet oder zu Mahlzeiten zubereitet werden, bevor es eingefroren wird. Für den «Konserven-Anfänger» eignen sich Tomaten, Gurken, Paprika, grüne Bohnen oder Erdbeeren zum Konservieren.


Auch empfiehlt sich, das Saatgut für die Pflanzen zu sammeln und aufzubewahren. 

Die besten Pflanzen für einen Überlebensgarten sind Stauden und wiederkehrende einjährige Pflanzen oder andere einjährige Pflanzen, deren Samen leicht zu sammeln sind. Natürlich haben alle Pflanzen Samen, die gesammelt und gelagert werden können, aber einige können schwierig oder zeitaufwendig zu ernten sein.

Die Samen werden entweder aus der Frucht oder der Blüte einer Pflanze gewonnen. Diese müssen gründlich getrocknet, in Saatgutbeuteln oder luftdichten Behältern aufbewahrt und an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden, um beste Ergebnisse zu erzielen. Wir empfehlen eine Saatgutbank anzulegen, um den eigenen Garten für Notfälle auf Vordermann zu bringen.

Möhren zum Beispiel sind eine großartige Pflanze für die Langzeitlagerung, aber die Samenrettung kann schwierig sein. Da Möhren zweijährig sind, muss man bis zum zweiten Jahr warten, bis sie blühen und zur Saat gehen. In kälteren Wachstumszonen kann es schwierig sein, Karotten zu überwintern, so dass ihr sie möglicherweise in einer Kiste mit Sand in einem Wurzelkeller aufbewahren und im Frühjahr wieder einpflanzen müsst.

Tomaten hingegen sind eine der einfachsten Pflanzen, von denen man Samen aufbewahren kann. Sie säen sich sogar von selbst im Garten aus. Außerdem sind sie leicht zu konservieren und den ganzen Winter über gut zu lagern und bieten eine große Vielfalt an leckeren Rezepten.


Gestaltung des Gartens


In einem «Überlebensgarten» sollte die Bewässerung ohne den Einsatz von Strom funktionieren. Daher ist eine gründliche Planung der Bewässerung und Gemüse- und Obstsorten, welche angebaut werden sollen, sehr wichtig.

Trockenheitstolerante Pflanzen eignen sich daher besonders gut. Auch das Sammeln von Regenwasser oder das anlegen von Gräben hat sich bewiesen, um Wasser aufzufangen und dorthin zu leiten, wo es gebraucht wird. 

Die Anwendung von Permakulturen (nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, auf der Basis von natürlichen Ökosystemen und Kreisläufen der Natur) wird eurem Garten helfen, sich selbst zu versorgen und weniger Arbeitsaufwand zu erfordern.

Bei Anlegen des Gartens oder eines Hochbeets, kann eine vorab erstellter Pflanzenplan eine große Hilfe sein. 

Pflanzen, die regelmäßig gepflegt oder geerntet werden müssen, sollten in unmittelbarer Nähe zum Haus angepflanzt werden. Dagegen Bäume, Sträucher und andere Pflanzen, die nur jährlich nur einmal geerntet werden, können weiter entfernt stehen.

Auch ein geeigneter Schutz vor Schädlingen und hungrigen Tieren sollte mit in die Planung hineinfließen. Bestimmte Nahrungspflanzen können sich gegenseitig vor Schädlingen schützen (Mischkukturen). Gegen größere Tiere kann das Aufstellen von Zäunen und Netzen helfen. 

Berücksichtigt bei euer Gartenplanung immer eine zukünftige Erweiterung. Der Aufbau eines großen Gartens kann Jahre dauern und sollte etappenweise angegangen werden. Im ersten Jahr sollten Obstgärten, Beerenbeete oder ein Staudenbeete oberste Priorität erhalten, da diese mehrere Jahre brauchen, bis sie sich etabliert haben.

Um keine gekaufte Erde oder Dünger verwenden zu müssen, sollte eigener Kompost hergestellt werden. Dies hat auch den Vorteil, dass Lebensmittelabfälle reduziert werden.


Medizin


Heilpflanzen sind in einer Überlebenssituation, in der der Zugang zu moderner Medizin eingeschränkt sein kann, unerlässlich. Viele Heilpflanzen wachsen natürlich auf Wiesen oder in Wäldern und können leicht gesammelt werden. Einige wachsen jedoch nicht natürlich in unmittelbarer Umgebung und sollten daher im Garten angebaut werden.

Plant ihr Heilkräuter anzubauen, solltet ihr euch in deren Verwendung, Dosierung und Inhaltsstoffe bewusst sein oder Experten vor der Anwendung kontaktieren. 

Folgende Methoden dienen der Weiterverarbeitung der Heilpflanzen:


Extraktionen

Kräuter können getrocknet und in heißem Wasser aufgebrüht werden, um Tee, auch bekannt als Aufguss, herzustellen. Kräutertee kann nicht nur Medizin, sondern auch wichtige Vitamine und Mineralien liefern. Eine Abkochung ist ähnlich wie Tee, aber anstatt in heißem Wasser aufgebrüht zu werden, werden die Kräuter ein oder zwei Stunden lang gekocht. Dieser Prozess extrahiert die Essenz aus härteren Pflanzenmaterialien wie Wurzeln oder Rinde. In der kulinarischen Welt ist dies genau derselbe Prozess, der zur Herstellung von Brühe verwendet wird. Kombiniert man die Abkochung mit Honig, Zucker oder Alkohol, erhält man einen Sirup.

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Es gibt noch andere Methoden, um Öle, Harz und andere Bestandteile aus Pflanzen zu extrahieren. Das Einweichen von Kräutern in Alkohol (zur Herstellung einer Tinktur), Glycerin, Öl, Essig und/oder Honig erzeugt verschiedene Arten von Aufgüssen wie Oxymel oder Linimente, die innerlich eingenommen oder auf der Haut angewendet werden können. Aufgegossenes Öl kann zusammen mit Bienenwachs zu einer Salbe geschmolzen werden.


Breiumschlag (Kataplasma oder Wickel)

Ein Breiumschlag ist eines der am einfachsten zuzubereitenden pflanzlichen Heilmittel. Schneidet und mahlt frische Kräuter zu einer Paste oder verwendet rehydrierte trockene Kräuter (Teebeutel benutzen). Tragt diese dann in einer dicken Schicht auf die Haut auf. Bedeckt die Stelle mit Baumwolle oder einem anderen atmungsaktiven Material und lasst sie zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden einwirken (je nach Kraut und Beschwerden). Bewahrt die unbenutzten Teile des Umschlags für eine spätere Verwendung im Kühlschrank auf.


Alkohol

Alkohol kann als Brennstoff, zum Sterilisieren, zur Herstellung von Tinkturen und natürlich zum Trinken ganz einfach zu Hause herstellt werden! 

Der grundlegende Prozess zur Herstellung von Alkohol besteht darin, Zucker (oder Honig) und Hefe zu kombinieren. Es findet eine Reaktion statt, die Gärung genannt wird und mit der Zeit Alkohol bildet. Getreide, Kräuter, Früchte und Gemüse sind häufige Zutaten, die in Alkoholrezepten zu finden sind.


Arzneipflanzen zum Anbauen


Der Anbau eigener Arzneipflanzen, unterscheidet sich kaum im Anbau von Gewürz- oder Gemüsepflanzen. Sie können in Zier- oder Nutzgärten als Begleitpflanzen eingesetzt werden. Viele sind mehrjährig oder wiederkehrend und müssen nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden. Bei einjährigen Kräutern muss man sie blühen und säen lassen, um sie für die Ernte im nächsten Jahr zu sammeln. Prüft immer den Platzbedarf und haltet invasive Pflanzen in Containern oder Hochbeeten.

Folgenden Arzneipflanzen lassen sich gut im eigenen Garten anbauen:

Echinacea, Kamille, Baldrian, Lavendel, Ringelblume, Tulsi (Heiliges Basilikum), Zaubernuss, Spilanthes, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Kurkuma, Ingwer, Gingko, Mutterkraut, Knoblauch, Meerrettich, Scharbockskraut, Wermut, Anis, Johanniskraut, Süßholz.


Nicht jede Heilpflanze ist für einen kultivierten Gartenraum geeignet. Eine Methode, um dies Art von Heilpflanzen trotzdem zum Wachsen zu bekommen, sind Wildblumengarten, wobei die Samen auf wilderen Bereichen auf eurem Grundstück ausgestreut werden. Dort können die unkrautartigen Pflanzen ohne Pflege wachsen.  Darunter fallen folgende Pflanzen:

Brennnessel, Eibisch, Schafgarbe, Melisse, Wegerich, Hagebutte, Mariendistel, Löwenzahn, Vogelmiere, Klette, Rotklee, Weide, Königskerze, Wacholderbeeren, Mädesüß.



Ernährung


Ist der Zugang zu frischem Obst und Gemüse aus dem Supermarkt nicht gewährleistet, sollte sichergestellt werden, dass der Nährstoffbedarf der eigenen Familie trotzdem gedeckt ist. Erwachsene benötigen 1600-2500 Kalorien pro Tag und Kinder benötigen 1000-2000 Kalorien pro Tag, um ein normales Aktivitätsniveau aufrechtzuerhalten.


Eine ausgewogene Ernährung mit Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten ist für die allgemeine Gesundheit eines Menschen unerlässlich. Ein Mangel an Vitaminen und Mineralien kann eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen verursachen, von Verdauungsstörungen über Hautprobleme bis hin zu einem Mangel an geistiger Klarheit.


Wenn Menschen an die Aufnahme von Fett in ihrer Ernährung denken, kommen ihnen in der Regel als erstes tierische Fette in den Sinn, aber Pflanzen können auch eine großartige Quelle für einfach und mehrfach ungesättigte Fette sein.


Pflanzen, die Samen oder Nüsse liefern, sind eine großartige Fettquelle, ebenso wie Avocados, Oliven und aus Pflanzen gewonnene Öle. Bohnen, Nüsse und Samen erfüllen eine doppelte Aufgabe, da sie neben Fett auch viele Protein liefern.


Euer Überlebensgarten sollte all diese Bedürfnisse abdecken, um wirklich nachhaltig zu sein. Wenn möglich, sollten Pflanzen aus jeder Nahrungsgruppe angebaut werden. 


Was sollte man pflanzen?


Achtet darauf, dass von jeder Sorte pro Person genug für einen Jahresvorrat angepflanzt ist. Dies kann je nach den Geschmacksvorlieben der Familie variieren. Achtet darauf, was ihr in Rezepten verwendet oder normalerweise im Lebensmittelgeschäft gerne kauft, und arbeitet «rückwärts», um zu bestimmen, wie viele Pflanzen ihr tatsächlich benötigt. Es schadet nie, extra zu pflanzen, falls einige Pflanzen ausfallen. Wenn ihr nicht sicher seid, womit ihr anfangen sollt, haben wir hier ein paar Pflanzen, welche sich besonders für Gartenneulinge eignen: 


Körner: Amaranth, Weizen, Mais

Gemüse: Topinambur, Spargel, Rhabarber, Kartoffeln, Tomaten, Kürbis, Lauchzwiebeln, Pilze, Paprika, Radieschen, Karotten, Rote Beete, Gurken, grüne Bohnen, Salat, Grünkohl, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch

Obst: Erdbeeren, Beerensträucher, Trauben, Obstbäume

Kräuter: Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian, Schnittlauch, Salbei, Petersilie, Dill, Koriander, Kümmel, Minze, Kapuzinerkresse


Wir hoffen, dass euch unsere Tipps helfen konnten und ihr euch gerüstet fühlt deinen eigenen «Überlebensgraten» anzubauen. 

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