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Massivholz – ist es wirklich noch das natürlichste Material?

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Vor einigen Tagen haben wir uns schon mal mit den Qualitätsmerkmalen sowie dem Pflegehinweis für Massivholzmöbel  beschäftigt. Das Thema ist weiterhin interesant denn wir haben uns noch einmal damit auseinandergesetzt ob Möbel aus Massivholz wirklich gesünder sind als Möbel aus Pressspanplatten.

Bei Pressspan ist die Gefahr, dass Formaldehyd enthalten ist größer als bei Massivholzmöbeln.

Aber auch diese vermeintlichen gesunden Möbel aus Massivholz können mit Bioziden und gefährlichen Lacken belastet sein.

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Massivholz Küchentisch
Nun die Frage ist Massivholz – wirklich noch Natur und „Bio“?

Massivholzmöbel haben eine ganz besondere Ausstrahlung. Kein Baum wächst wie der andere, deshalb ist jeder massive Schrank, jede Kommode aus Holz ein individuelles Einzelstück. Mit einzigartiger Struktur, Farbe und Zeichnung des Naturmaterials. Doch so mancher Besitzer eines Massivholzmöbels macht sich seine Gedanken, wenn er irgendwo eine Leimholzplatte entdeckt – wo doch eigentlich alles „echt“ sein sollte.

Was ist noch „Natur“ und biologisch an Massivholzmöbeln? Und welche „Fehler“ darf das Holz haben?

Viele Möbelbesitzer ärgern sich weil sie seltsame Dinge an ihrem teuren Stück feststellen müssen: Das Holz verzieht sich, die Rückwand ist nicht massiv, die Farbe des Holzes verändert sich. Viele reagieren dann sehr verärgert und verlangen vom Möbelhaus einen Austausch oder zumindest eine Erklärung – und bekommen oft nur die Antwort:

„Das ist normal bei Massivholzmöbeln. Alles eben Natur!“

Was bei massiven Möbeln normal, also erlaubt ist und was nicht, dafür gibt es Normen.

Was bei massiven Möbeln normal, also erlaubt ist und was nicht, ist in DIN- Normen bzw. durch das Bundesgesundheitsministerium festgelegt und gilt für Möbel, die in Deutschland hergestellt werden. Nun ist es natürlich mühsam, die ganzen Normen und Verordnungen zu durchforsten.

Tests zur Orientierung der Detuschen Gütegemeinschaft Möbel e.V.

Um dem Verbraucher hier eine Orientierungshilfe zu bieten, führt die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. Tests nach diesen bestehenden Anforderungen durch. Wenn alle Qualitäts- und Umweltkriterien nach den Anforderungen der Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 430 erfüllt sind, bekommt das Möbelstück das RAL-Gütezeichen für Möbel, ein „Goldenes M“.

Bei den Tests werden Faktoren berücksichtigt, die für jeden Besitzer eines massiven Möbelstücks interessant sind:

Nicht jede Holzart ist für die Möbelherstellung geeignet.

Die Härte des Holzes ist ein wichtiger Faktor für die Empfindlichkeit im späteren Möbelalltag. Die Holzarten, die meist für Massivholzmöbel verwendet werden, sind: Ahorn, Birke, Buche, Eibe, Erle, Esche, Fichte, Kiefer, Kirschbaum, Lärche, Linde, Nussbaum.

Um die Stabilität zu verbessern und aus Materialgründen werden zum Teil Leimholzplatten als Basis für Massivholzmöbel genutzt. Dazu werden in einem aufwendigen Produktionsverfahren einzelne Holzlamellen mit schadstoffarmem Leim an Kopf und/oder Seite des Möbels zusammengesetzt.

Wann darf ein Möbel sich überhaupt Massivholzmöbel nennen?

Ein Möbel darf sich „massiv“ nennen, auch wenn Rückwände und Schubkastenböden aus sogenannten „Holzwerkstoffen“ sind. Allerdings müssen alle anderen Teile aus massivem Holz der gleichen Holzart sein, und nicht etwa nur furniert.

Dieses massive Holz ist ein Naturprodukt – und damit „lebt“ es auch.pexels-photo-113339-medium

Das bedeutet: Im Lauf der Zeit kann sich die Farbe verändern (das wird durch Sonneneinstrahlung noch verstärkt) oder es entstehen feine Haarrisse. Das ist tatsächlich völlig normal und beeinträchtigt die Haltbarkeit und den Wert des Möbelstücks in keiner Weise.

Auch auf schwankende Raumtemperaturen und Luftfeuchtigkeit reagiert das Holz, es „arbeitet“. Spannungen im Holz sowie ein Verziehen sind deshalb nicht immer auszuschließen.

Charakteristisch für den natürlich gewachsenen Werkstoff sind außerdem Farb- und Strukturunterschiede, Verwachsungen, Unregelmäßigkeiten, Druckstellen, Äste, Harzgallen, Haar- und Kreuzrisse und Spannungen, die je nach Holzart und Wuchsgebiet unterschiedlich sind. Es sind Echtheitsmerkmale, die dem Holz erst die natürliche Schönheit verleihen und jedes Möbel zu einem Unikat werden lassen.

Ein Tipp: Das optimale Raumklima für Möbel aus Massivholz liegt bei 19° bis 23°C Raumtemperatur und bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 bis 65 Prozent.

Das tut nicht nur Ihren Möbeln, sondern auch Ihrer eigenen Gesundheit gut.

Quelle
Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel im Internet: www.dgm-moebel.de * **

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  1. […] Feuchtigkeit wird durch richtiges Lüften und Heizen aber auch mit entsprechend guten Möbeln normaler Weise gut reguliert. Holzmöbel tragen Beispielsweise zu einer guten Raumatmophäre […]